Olga Boznańska. Krakau – München – Paris
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Gleichwohl nimmt sie noch an Ausstellungen teil und erhält bedeutende Auszeichnungen. 1925 wird sie auf der Ausstellung Polnisches Porträt/Portret Polski der Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste/Towarzystwo Zachęty Sztuk Pięknych in Warschau, deren Mitglied sie drei Jahre später wird, mit höchsten Ehren bedacht. 1928 nimmt sie zum letzten Mal am Salon der Société nationale des beaux-arts teil. Außerdem werden Werke von ihr im Brooklyn Institute of Arts and Science in New York ausgestellt. 1929 nimmt sie letztmalig an den Ausstellungen des Carnegie Institute in Pittsburgh und am Salon des Tuileries in Paris teil. Im August 1930 reist sie nach Krakau und bleibt für ein Jahr. Die TPSP organisiert dort im Folgejahr eine Einzelausstellung für sie. 1932 stellt sie zum letzten Mal in der Künstlervereinigung Sztuka in Warschau aus. In den folgenden Jahren sind Werke von ihr in Gruppenausstellungen polnischer Kunst in Moskau (1933), Berlin und Warschau (1935), Paris und Warschau (1937) sowie in Posen/Poznań (1938) zu sehen. Eine Einzelausstellung mit 27 Werken findet 1938 auf der 21. Biennale von Venedig statt.
Schon Ende der Zwanzigerjahre hat sich ihre finanzielle Situation dramatisch verschlechtert. Ab 1932 reichen ihre Einnahmen, die vornehmlich aus der Vermietung des Krakauer Hauses bestehen, nicht mehr aus um in ihre Heimatstadt zu reisen. Die polnische Hauptstadt und der nationale polnische Kulturfonds unterstützen sie 1934 mit einigen tausend Złoty. Der Freitod ihrer Schwester Iza führt im selben Jahr zu ihrem psychischen und physischen Zusammenbruch. 1936 erwirbt der polnische Literaturhistoriker und Publizist Zygmunt Lubicz-Zaleski (1882-1967) einige ihrer Gemälde für den polnischen Staat. Im Mai 1937 wird durch das Engagement der Malerin Maja Berezowska (1893-1978) ein Komitee der Freunde von Olga Boznańska/Komitet Przyjaciół Olgi Boznańskiej gegründet, das Geld für Ankäufe ihrer Werke durch die Warschauer Nationalgalerie sammelt. Im Juli 1939 wird sie in ihrem Pariser Atelier durch den Kulturattaché der polnischen Botschaft mit dem Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta ausgezeichnet. Am 26. Oktober 1940 stirbt Olga Boznańska im Hôpital de la Pitié und wird auf dem Cimetière des Champeaux in der Stadt Montmorency nördlich von Paris, dem Friedhof der polnischen Gemeinde, beigesetzt.
Axel Feuß, September 2017
Literatur:
Helena Blumówna: Olga Boznańska, 1865-1940. Materiały do monografii, Warschau 1949
Olga Boznańska (1865-1940). Wystawa zbiorowa, Nationalmuseum Krakau/Muzeum Narodowe w Krakowie, Krakau 1960
Helena Blum: Olga Boznańska, Warschau 1974
Münchner Maler im 19. Jahrhundert, Band 1, München 1982, S. 121 f.
Saur Allgemeines Künstlerlexikon, Band 13, München/Leipzig 1996, S. 485 f.
Jednodniówka – Eintagszeitung. Neuausgabe, herausgegeben von Zbigniew Fałtynowicz / Eliza Ptaszyńska, Muzeum Okręgowe w Suwałkach, Suwałki 2008, zugleich Katalog der Ausstellung „Signatur - anders geschrieben. Anwesenheit polnischer Künstler im Lichte von Archivalien“, Polnisches Kulturzentrum, München 2008
Ewa Bobrowska/Urszula Kozakowska-Zaucha (Hrsg.): Olga Boznańska (1865-1940), Ausst.-Kat. Nationalmuseum Krakau/Muzeum Narodowe w Krakowie, Krakau 2014 (getrennte polnische und englische Ausgaben; dort weitere Literatur)
Renata Higersberger (Hrsg.): Olga Boznańska (1865-1940), Ausst.-Kat. Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie, Warschau 2015 (zweisprachig polnisch/englisch)