Abbildung entnommen aus: Ewa Czerwiakowska und Tomasz Kujawski (Hg.), Jan Lenica. Labirynt, Muzeum Narodowe w Poznaniu, Poznań 2002, S. 177
Die polnische Plakatkunst der Nachkriegszeit galt als weltweit führend, war ein Aushängeschild polnischen Kulturschaffens und genoss auch in der Bundesrepublik geradezu Kultstatus. Vermittlungsarbeit leisteten vor allem die zahlreichen Ausstellungen polnischer Plakate, die im Zuge der sog. „Polnischen Welle“ der späten 1950er und 1960er Jahre in der Bundesrepublik stattfanden. Sie waren ein wesentlicher Bestandteil jener regen polnisch-westdeutschen Kulturkontakte, die nach dem Polnischen Oktober 1956 zu florieren begannen, lange bevor Bonn und Warschau 1970 offizielle Beziehungen aufnahmen. Organisiert von unterschiedlichsten gesellschaftlichen Akteuren, gefeiert von der Kunstkritik und begleitet von behördlichen Bedenken, werfen die Ausstellungen zugleich exemplarische Schlaglichter auf die frühen polnisch-westdeutschen Beziehungen generell und stellen dabei manches (kunst-)historiografische Klischee in Frage.
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Abb. 1: Wojciech Fangor, Czarna Carmen (Carmen Jones)
Abb. 2: Józef Mroszczak, Student żebrak (Der Bettelstudent)
Abb. 3: Henryk Tomaszewski, Henry Moore
Abb. 4: Kulturplakate in Polen
Abb. 1: Wojciech Fangor, Czarna Carmen (Carmen Jones)
Abb. 2: Józef Mroszczak, Student żebrak (Der Bettelstudent)
Abb. 3: Henryk Tomaszewski, Henry Moore
Abb. 4: Kulturplakate in Polen
Abb. 5: Ausstellungen polnischer Plakatkunst in der BRD 1964-1966, Übersicht
Abb. 6: Blick in die Ausstellung „Meisterwerke polnischer Plakatkunst“
Abb. 7: Blick in die Ausstellung „Meisterwerke polnischer Plakatkunst“
Abb. 8: Henryk Tomaszewski, 22 Lipca (22. Juli)
Abb. 5: Ausstellungen polnischer Plakatkunst in der BRD 1964-1966, Übersicht
Abb. 6: Blick in die Ausstellung „Meisterwerke polnischer Plakatkunst“
Abb. 7: Blick in die Ausstellung „Meisterwerke polnischer Plakatkunst“
Abb. 8: Henryk Tomaszewski, 22 Lipca (22. Juli)
Abb. 9: Józef Mroszczak
Abb. 10: Józef Mroszczak, Don Carlos, 1963
Abb. 11: Roman Cieślewicz
Abb. 12: Roman Cieślewicz, Zawrót głowy (Vertigo)
Abb. 9: Józef Mroszczak
Abb. 10: Józef Mroszczak, Don Carlos, 1963
Abb. 11: Roman Cieślewicz
Abb. 12: Roman Cieślewicz, Zawrót głowy (Vertigo)
Abb. 13: Jan Lenica
Abb. 14: Jan Lenica, Wozzeck
Abb. 15: Jan Lenica, Faust
Abb. 16: Jan Lenica, Otello
Abb. 13: Jan Lenica
Abb. 14: Jan Lenica, Wozzeck
Abb. 15: Jan Lenica, Faust
Abb. 16: Jan Lenica, Otello
Abb. 17: Jan Lenica, Olympische Spiele München
Abb. 18: Monatsschrift Polen, Ausgabe BRD, Nr. 12
Abb. 19: Franciszek Starowieyski, Gombrowicz: Operetka
Abb. 20: Franciszek Starowieyski, J. Słowacki: Samuel Zborowski
Abb. 17: Jan Lenica, Olympische Spiele München
Abb. 18: Monatsschrift Polen, Ausgabe BRD, Nr. 12
Abb. 19: Franciszek Starowieyski, Gombrowicz: Operetka
Abb. 20: Franciszek Starowieyski, J. Słowacki: Samuel Zborowski
Abb. 21: Briefmarke zum Internationalen Friedensjahr der Vereinten Nationen
Abb. 22: Tomasz Sarnecki, Solidarność
Abb. 23: Zeitschrift „Jenseits der Oder“, Heft 6
Abb. 24: Jan Lenica, Wizyta starszej pani [Der Besuch der alten Dame]
Abb. 21: Briefmarke zum Internationalen Friedensjahr der Vereinten Nationen
Abb. 22: Tomasz Sarnecki, Solidarność
Abb. 23: Zeitschrift „Jenseits der Oder“, Heft 6
Abb. 24: Jan Lenica, Wizyta starszej pani [Der Besuch der alten Dame]
Abb. 25: Leszek Hołdanowicz, Pasażerka
Abb. 26: Leszek Hołdanowicz, Bariera
Abb. 27: Erste Internationale Plakat-Biennale Warschau
Abb. 25: Leszek Hołdanowicz, Pasażerka
Abb. 26: Leszek Hołdanowicz, Bariera
Abb. 27: Erste Internationale Plakat-Biennale Warschau
Polnische Plakatkunst in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit
Abbildung entnommen aus: Ewa Czerwiakowska und Tomasz Kujawski (Hg.), Jan Lenica. Labirynt, Muzeum Narodowe w Poznaniu, Poznań 2002, S. 177
4. Politisches
So einhellig die Begeisterung für die polnische Plakatkunst in der Bundesrepublik auch war – ihre Ausstellungen waren nicht immer politisch unumstritten, schon gar nicht aus Sicht der Bonner Behörden und vor dem Warschauer Vertrag von 1970. Dies hing allerdings weniger von den Ausstellungsinhalten und auch nicht so sehr von den tagespolitischen Stimmungsschwankungen im polnisch-westdeutschen Annäherungsprozess ab, sondern war vor allem abhängig von den Ausstellungsveranstaltern und deren politischer Couleur.
Ein buchstäblich rotes Tuch für die Bundesbehörden war die KPD-nahe „Deutsche Gesellschaft für Kultur- und Wirtschaftsaustausch mit Polen“. 1950 als westdeutscher Ableger der ostdeutschen Helmut-von-Gerlach-Gesellschaft in Düsseldorf gegründet,[24] entfaltete sie fortan beachtliche Aktivitäten und setzte alles daran, um durch Veranstaltungen, Ausstellungen und ihre Zeitschrift „Jenseits der Oder“ ein positives Polenbild in der Bundesrepublik zu verbreiten – sehr zum Unmut nicht nur der Vertriebenenverbände.[25] (Abb. 23)
Bis Mitte der 1950er Jahre war sie praktisch die einzige Organisation, die überhaupt Ausstellungen polnischer Kunst in der Bundesrepublik ausrichtete, wobei sie allerdings oft unterschiedlichste Kultureinrichtungen als Kooperationspartner gewinnen konnte, die beispielsweise Ausstellungsräume zur Verfügung stellten. Auch die oben erwähnte Wanderausstellung polnischer Plakate von 1950 wurde durch sie organisiert. Während sie aus polnischer Sicht so etwas wie die inoffizielle westdeutsche Freundschaftsgesellschaft für Polen war, galt sie in der Bundesrepublik als kommunistische Tarnorganisation und hielt mit ihrer Umtriebigkeit nicht nur die Vertriebenenverbände auf Trab, sondern auch den Verfassungsschutz und das Auswärtige Amt, das gegen den Verein „stärkste Bedenken“[26] hegte. Einen entsprechend schweren Stand hatten viele ihrer polnischen Plakatausstellungen in der Bundesrepublik. Mitunter wurden Vernissagen durch Landsmannschaften gestört oder Ausstellungen gleich im Vorfeld polizeilich verboten, um die Ruhe und Sicherheit nicht zu gefährden.
[24] Vgl. Fn. 5 oben. Bis 1953 trug sie ebenfalls den Namen Helmut-von-Gerlach-Gesellschaft, ehe sie sich auf juristischen Druck der Nachkommen von Gerlachs in „Deutsche Gesellschaft für Kultur- und Wirtschaftsaustausch mit Polen“ umbenannte. Zur Geschichte und Entwicklung insbesondere der westdeutschen Gesellschaft s. Christian Lotz, „Zwischen verordneter und ernsthafter Freundschaft. Die Bemühungen der Helmut-von-Gerlach-Gesellschaft um eine deutsch-polnische Annäherung in der DDR und in der Bundesrepublik (1948-1972)“, in: Hans Henning Hahn et al. (Hg.), Erinnerungskultur und Versöhnungskitsch, Marburg 2008, S. 201-217.
[25] Die Zeitschrift „Jenseits der Oder“ erschien von 1950 bis 1957; 1958 wurde sie durch die „Deutsch-polnischen Hefte“ abgelöst, die bis 1964 erschienen, gefolgt von der Zeitschrift „Begegnung mit Polen“.
[26] So die gängige Formulierung. Vgl. z. B. Politisches Archiv des Auswärtigen Amts Berlin (PAAA), B 95, Bd. 861, Ref. 705 (Ostabteilung) an Ref. 605 (Kulturabteilung), 13.9.1960.
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