Alfred Wierusz-Kowalski, ein bedeutender Vertreter der Münchner Schule polnischer Maler, misstraute im Mai 1910 jeden Morgen dem bewölkten Himmel der Stadt. Viele Jahre nach der Fertigstellung seines Monumentalgemäldes (5 x 10 Meter), das die dramatische Szene des Überfalls eines Wolfsrudels auf eine Familie bei der Schlittenfahrt zeigt (Abb. 1), entschied er, das Werk öffentlich auszustellen. Das Alte Rathaus, in dem das Bild schließlich zugänglich wurde, betraten auch Mitglieder der Regentenfamilie. Prinzregent Luitpold, Prinz Ludwig und Prinzessin Gisela, die das Werk in Gegenwart seines Schöpfers sahen, geizten nicht mit Lob. Doch wem nutzten diese wohlmeinenden Worte, wenn, wie der Künstler seinem Sohn schrieb: „in der Ausstellung nur ein paar wenige Menschen zu sehen sind. Welches Pech muss man haben, dass es dunkel ist […], es seit dem ersten Tag unentwegt regnet, es wie im Dezember kalt ist, so dass man erstarrt und im Saal gähnende Leere herrscht, trotz Werbung und allerlei Anlockungen des Publikums.”[1]
Für den Künstler, dessen Werke seit seinen ersten, jugendlichen Malversuchen international Beachtung fanden, war dies eine schmerzliche Erfahrung. Dessen ungeachtet aber, dass die hier in Erinnerung gerufene Darbietung damals nicht sonderlich erfolgreich war, stößt das Schaffen dieses Künstlers bis heute auf weltweites Interesse.
[1] Alfred Wierusz-Kowalski an seinen Sohn Czesław, München, Mai 1910. Instytut Sztuki PAN w Warszawie [Kunstinstitut der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau].
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Abb. 1 Überfall von Wölfen
Abb. 2 Ansicht von Suwałki von Augustów gesehen
Abb. 3 Taufschein von Alfred Jan Maksymilian Wierusz-Kowalski
Abb. 4 Alfred Wierusz-Kowalski
Abb. 1 Überfall von Wölfen
Abb. 2 Ansicht von Suwałki von Augustów gesehen
Abb. 3 Taufschein von Alfred Jan Maksymilian Wierusz-Kowalski
Abb. 4 Alfred Wierusz-Kowalski
Abb. 5 Postwagen in der Stadt
Abb. 6 Alfred Wierusz-Kowalski
Abb. 7 Mädchen mit Veilchen
Abb. 8 Die Rückkehr des Spendensammlers
Abb. 5 Postwagen in der Stadt
Abb. 6 Alfred Wierusz-Kowalski
Abb. 7 Mädchen mit Veilchen
Abb. 8 Die Rückkehr des Spendensammlers
Abb. 9 Liebeswerbungen
Abb. 10 Auf Patrouille
Abb. 11 Spazierritt im Park
Abb. 12 Heimkehr vom Markt
Abb. 9 Liebeswerbungen
Abb. 10 Auf Patrouille
Abb. 11 Spazierritt im Park
Abb. 12 Heimkehr vom Markt
Abb. 13 Reisemalheur
Abb. 14 Kaukasische Aufklärung
Abb. 15 Rast eines Aufständischen
Abb. 16 In seinem Münchner Atelier
Abb. 13 Reisemalheur
Abb. 14 Kaukasische Aufklärung
Abb. 15 Rast eines Aufständischen
Abb. 16 In seinem Münchner Atelier
Abb. 17 Porträt von Jadwiga, der Gattin des Künstlers
Abb. 18 Alfred Wierusz-Kowalskis Kinder Janina, Michalina und Czesław
Abb. 19 Bärenjagd
Abb. 20 Überfall von Wölfen
Abb. 17 Porträt von Jadwiga, der Gattin des Künstlers
Abb. 18 Alfred Wierusz-Kowalskis Kinder Janina, Michalina und Czesław
Abb. 19 Bärenjagd
Abb. 20 Überfall von Wölfen
Abb. 21 Schlittenfahrt
Abb. 22 Polnische Bauernfahrt
Abb. 23 Pferdegespann an einer Furt
Abb. 24 Miniatur von Alfred Wierusz-Kowalski
Abb. 21 Schlittenfahrt
Abb. 22 Polnische Bauernfahrt
Abb. 23 Pferdegespann an einer Furt
Abb. 24 Miniatur von Alfred Wierusz-Kowalski
Abb. 25 Polnische Post
Abb. 26 Wölfe bei Nacht, 1890er Jahre XIX. Jahrhundert
Abb. 27 Heiliger Hein
Abb. 28 Alfred Wierusz-Kowalskis Atelier in München
Abb. 25 Polnische Post
Abb. 26 Wölfe bei Nacht, 1890er Jahre XIX. Jahrhundert
Abb. 27 Heiliger Hein
Abb. 28 Alfred Wierusz-Kowalskis Atelier in München
Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde die Familie (die Wierusz-Kowalskis waren Untertanen des russischen Zaren) durch Fronten und Grenzen geteilt. Alfred Wierusz-Kowalski starb am 15. Februar 1915 und wurde auf dem Waldfriedhof in München bestattet.[31] Die Familie löste die Werkstatt unter Schwierigkeiten auf. Die Bilder wurden im April 1917 auf einer Auktion im Kunsthaus Hugo Helbing verkauft. Die Atelierausstattung, die Möbel, die Staffeleien, der übrige künstlerische Nachlass und das Archiv wurden nach Polen verbracht. In München verblieben die Erinnerung und die Bilder, Zeugnisse des über vierzigjährigen künstlerischen Wirkens des Meisters.
Eliza Ptaszyńska, Mai 2017
[31] 1936 hat die Familie das Grab von Alfred Wierusz-Kowalski auf den Warschauer Powązki-Friedhof verlegt.
Schlittenfahrt, 1890–1900, Öl auf Holz, 28 x 48 cm
Aleksander Gierymski (1850-1901) studierte 1868-72 Malerei an der Kunstakademie in München. Er ist einer der bedeutendsten polnischen Maler seiner Zeit.