Aberdam, Alfred

Konzert, 1930er-Jahre
Konzert, 1930er-Jahre, Öl auf Leinwand, 50 x 73,5 cm

Info

Alfred Aberdam (1894-1963), polnischer Maler und Mitglied der „Münchner Schule“. 1913-14 Student der Akademie der Bildenden Künste München.

Aberdam, Alfred, polnischer Maler, Mitglied der „Münchner Schule“. 1913-14 Student der Akademie der Bildenden Künste München. *15.4.1894 Lemberg/Lwów (heute Lviv), †3.12.1963 Paris. Am 28.10.1913 Eintritt in die Zeichenklasse der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München; Studium bei Gabriel von Hackl (1843-1926). Als Soldat im Ersten Weltkrieg gerät er in russische Gefangenschaft, die er in einem Lager in Sibirien verbringt. 1921-22 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Krakau/Akademia Sztuk Pięknych w Krakowie bei Teodor Axentowicz (1859-1938), 1922-23 bei Alexander Archipenko (1887-1964) in Berlin. Seit 1923 lebt er mit kurzen Unterbrechungen in Paris. 1933 wird er Mitglied der Warschauer Künstlervereinigung Plastycy Nowocześni.  – In Paris malt Aberdam unter dem Einfluss der École de Paris zunächst kubistisch. Zusammen mit Zygmunt Menkes, Joachim Weingart und Leon Weissberg bildet er die Groupe des Quatre/Grupy Czeterech. Gemeinsam stellen sie 1925 in der von Jan Śliwiński geführten Galerie Au Sacre du Printemps aus. Vor allem wendet sich A. jedoch der französischen und italienischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts zu, insbesondere Antoine Watteau und Alessandro Magnasco, und malt seitdem Genreszenen in einem phantastischen, grotesken, visionären und romantisierenden Stil, mit dem er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bekannt wird. Werke befinden sich im Nationalmuseum Krakau/Muzeum Narodowe w Krakowie, im Nationalmuseum Warschau/Muzeum Narodowe w Warszawie sowie im Besitz der Familie des Künstlers in Paris und Detroit.

 

Einzelausstellungen: 1929 Paris, Galerie Granoff / 1932 Lemberg, Museum für Kunsthandwerk / 1949 Paris, Galerie des Beaux-Arts (Retrospektive) / 1949, 1962 Tel Aviv, Museum / 1952 Jerusalem, Bezalel-Museum; Haifa, Stadtmuseum / 1970 Genf, Petit Palais.

Literatur: Saur Allgemeines Künstlerlexikon, Band 1, München/Leipzig 1992, S. 130; Halina Stępień/Maria Liczbińska: Artyści polscy w środowisku monachijskim w latach 1828-1914. Materiały źródłowe, Warschau 1994, S. 27

Online: Matrikeldatenbank, Matrikelbuch 3, Akademie der Bildenden Künste München, 05290 Alfred Aberdam, http://matrikel.adbk.de/matrikel/mb_1884-1920/jahr_1913/matrikel-05290

 

Axel Feuß 

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