Działyński, Jan Kanty hrabia

Jan Kanty hrabia Działyński (1829-1880). Polnischer, Rittergutsbesitzer und Privatgelehrter, 1861/62 Abgeordneter des Preußischen Landtags und 1869/70 Reichstagsabgeordneter des Norddeutschen Bundes. Gemälde von Leon Kapliński, 1864
Jan Kanty hrabia Działyński (1829-1880). Polnischer, Rittergutsbesitzer und Privatgelehrter, 1861/62 Abgeordneter des Preußischen Landtags und 1869/70 Reichstagsabgeordneter des Norddeutschen Bundes. Gemälde von Leon Kapliński, 1864

Działyński, Jan Kanty hrabia (Johann Graf-Comte Dzialynski, Johann von Dzialynski), 1861/62 Mitglied der 2. Kammer des Preußischen Landtags, 1869-70 Mitglied des Reichstags des Norddeutschen Bundes. *28.9.1829 Kurnik/Kórnik, †30.3.1880 ebd., Rittergutsbesitzer, Privatgelehrter, Publizist. Sohn des Rittergutsbesitzers Tytus Adam hr. Działyński (1797-1861). Nach dem Abschluss des Maria-Magdalena-Gymnasiums in Posen diente er 1849-51 in der preußischen Armee. Er besuchte Vorlesungen zur Philologie an der Universität in Berlin und studierte Mathematik bei Privatlehrern in Paris. 1857 heiratete er in Paris Prinzessin Izabella Elżbieta Czartoryska. Das Paar ließ sich auf Schloss Gołuchów nieder, das Tytus Adam hr. Działyński als Ruine und künftigen Wohnsitz für das Ehepaar erworben hatte und das Izabella 1875-85 neu errichten ließ. Das Ehepaar baute dort eine bedeutende Kunstsammlung auf (Gemälde, antike Vasen). Nach dem Tod des Vaters übernahm er das Rittergut Kurnik mit Schloss, Bibliothek und heute noch bestehendem Arboretum, außerdem das Palais am Markt in Posen. Für die Poznańskie Towarzystwo Przyjaciół Nauk/Posener Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften gab er Publikationen heraus. 1862/63 reiste er in den Mittleren Osten. Während des polnischen Januaraufstands 1863 kämpfte er in der Truppe der Aufständischen von Edmund Taczanowski und floh nach der Niederschlagung nach Frankreich. 1864 wurde er vom Königlichen Staatsgerichtshof in Berlin in Abwesenheit des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt; seine Güter wurden konfisziert. 1869 wurde er begnadigt und konnte nach Kurnik zurückkehren. Danach widmete er sich kulturellen Aktivitäten, dem Aufbau seiner Bibliothek und historisch-politischen Publikationen. Im Mai 1869 wurde er im Wahlkreis Posen-Stadt als Abgeordneter in die polnische Fraktion des Reichstags des Norddeutschen Bundes gewählt. Die Wahl wurde im April 1870 wegen Verfahrensfehlern für ungültig erklärt. 1872 gehörte er zu den Gründern der Bank Włościański/Bauernbank in Posen. Bild: Gemälde von Leon Kapliński, 1864, Public Domain. Eigene Schriften: Collectanea vitam resque gestas J. Zamoyscii Magni Cancellarii et summi Ducis Reipublicae Polonae illustrantia edidit A.T. Comes Działyński, Posen 1861; Lites ac res gestæ inter Polonos Ordinemque cruciferorum, Posen 1890-92 (mit Ignacy Zakrzewski, Zygmunt Celichowski).

Literatur:

Polen-Prozess. Verhandlungen des Königl. Staats-Gerichtshofes zu Berlin in der Untersuchungssache wider den Grafen Johann Dzialyński und Genossen wegen Hochverraths, Berlin 1864, https://babel.hathitrust.org; Reichstagsprotokolle 1867/70,11, 609; P. Lallemand: Le comte Jean Dzialynski, Paris 1880; A. Mężyński: Jan Działyński 1829-1880, Breslau 1987.

Online:

http://zhsf.gesis.org, Parlamentarierportal, BIORAB Kaiserreich online
http://www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de/
http://www.sejm-wielki.pl/
Muzeum Zamek w Gołuchowie, http://www.mnp.art.pl/muzeum/oddzialy/muzeum-zamek-w-goluchowie/
Schloss Kórnik, http://regionwielkopolska.pl/de/objektkatalog/das-schloss-in-kornik.html


A. Feuß

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