Joanna Ratajczak. Eine Berliner Polyphonie

Joanna Ratajczak, Berlin 2023 © Foto: Linda Rosa Saal
Joanna Ratajczak, Berlin 2023

„Trust Me“: Der Preis der Emanzipation auf HBO und ARTE
 

Ihr abendfüllendes Dokumentarfilmdebüt „Trust Me“ ist das Ergebnis sechsjähriger, sehr anspruchsvoller Arbeit, oft unter schwierigen Bedingungen und mit begrenzten Mitteln. Der Film erzählt die Geschichte eines polnisch-deutschen Paares, das die Grenzen seiner Beziehung durch Polyamorie auslotet. Joanna Ratajczak meidet dabei jedoch Effekthascherei. Ihr Hauptinteresse gilt den tiefgreifenden Erfahrungen von Frauen: dem mühsamen Weg zur Selbstfindung, dem Prozess der Befreiung von kulturell auferlegten Zwängen und dem hohen Preis, der oft für Authentizität gezahlt wird.

Der Durchbruch gelang 2024 mit der Premiere des Films auf dem renommierten Dokumentarfilmfestival DOK.fest München. Von da an tourte „Trust Me“ um die Welt und gewann Preise und Kritikerlob für seine Intimität und Ehrlichkeit. 2025 wurde der Erfolg endgültig bestätigt: Der Film feierte Premiere auf HBO Max und wurde vom angesehenen deutsch-französischen Sender ARTE ausgestrahlt, wodurch er ein breites Publikum in beiden Ländern erreichte.

 

Reife als neue Stärke: Hin zur Handlung
 

Heute, da ihr Sohn erwachsen wird, hat Joanna Ratajczak endlich den Freiraum, sich vollkommen dem Film zu widmen. Ihre Geschichte beweist, dass der Weg zur Kunst nicht geradlinig verlaufen muss und dass die Wendungen des Lebens zu einer wertvollen kreativen Ressource werden können. Sie zeigt, dass eine Migrantin die gläserne Decke durchbrechen kann und ihr „Akzent“ – diese einzigartige polnisch-deutsche Perspektive, geprägt zwischen Posen, Berlin und Warschau – bereichert die europäische Kultur um neue Facetten.

2025 kehrte Joanna an die Wajda-Schule zurück, um unter der Anleitung der Meister ihren ersten Spielfilm zu entwickeln. Dies ist ein weiterer natürlicher Schritt in ihrer Entwicklung – der Übergang von der dokumentarischen Beobachtung des Lebens zur Erschaffung eigener filmischer Welten.

 

Agnieszka Debska, Mai 2026

 

Mehr über Joanna Ratajczak: 
www.laralurex.com
www.deutschland.de/de/topic/kultur/joanna-ratajczak-im-interview-ueber-film-jazz-und-berlin

Mehr zum Film „Trust Me”: 
www.instagram.com/trust_me_film2025

 

Mediathek
  • Morgenradio mit „polnischem Akzent“

    Werbeflyer für Joannas Sendungen auf JazzRadio Berlin, 2014
  • Auszug aus der Radiosendung JazzRio!

    JazzRadio, 2014
  • Berliner Nächte

    Joanna als DJ im Club Rheingold. Berlin, 2011
  • Internationaler Erfolg

    Joanna zeigt die New Yorker Auszeichnung der damaligen Brasilianischen Botschafterin in Berlin, Ihrer Exzellenz Maria Luiza Ribeiro Viotti. Berlin, 2013
  • Kreativer Zufluchtsort

    Am Set der selbstentwickelten und ausgezeichneten Beitragsreihe „Kogel-Mogel“ mit Kindern der deutsch-polnischen Europa-Schule in Berlin, 2014
  • Joanna beim Dreh

    Hier mit der polnischstämmigen Künstlerin Balbina. Berlin, 2016
  • Filmplakat und Trailer zum Film „Trust Me“ (2025)

    © Lara Lurex Film
  • Joanna Ratajczak bei der Vorpremiere des Films „Trust Me“

    Berlin, 2025
  • Joanna mit Auszeichnung

    Auf dem 44. Festival für Filmdebüts „Młodzi i Film“ in Koszalin, 2025