Wajda, Józef

Józef Wajda (1849-1923). Polnischer Geistlicher, 1908-12 Reichstagsabgeordneter des Deutschen Kaiserreichs und 1922/23 Abgeordneter des Preußischen Landtags
Józef Wajda (1849-1923). Polnischer Geistlicher, 1908-12 Reichstagsabgeordneter des Deutschen Kaiserreichs und 1922/23 Abgeordneter des Preußischen Landtags

Wajda, Józef (Josef Waida), 1908-12 Mitglied des Reichstags des Deutschen Kaiserreichs, 1922/23 Mitglied des Preußischen Landtags. *19.3.1849 Niebotschau/Nieboczowy bei Ratibor, †3.2.1923 Hajduki Wielkie/Ober-Haiduk (heute Chorzów Batory), Geistlicher. Sohn einer Bauernfamilie. Noch während der Schulzeit am Maria-Magdalena-Gymnasium in Posen wurde er zur preußischen Armee eingezogen und diente während des Deutsch-Französischen Krieges seine Militärzeit ab. 1872 holte er das Abitur nach und studierte zunächst Rechtswissenschaften, dann Katholische Theologie an der Universität Breslau. In Keltsch/Kielcza bei Zawadzki/Zawadzkie gründete er den Związek Katolickich Robotników/Verein katholischer Arbeiter und unterstützte weitere polnische Arbeiter- und Hilfsvereine. Nach Abschluss seines Studiums 1875 konnte er wegen des Kulturkampfs zwischen dem Deutschen Reich und der Katholischen Kirche nicht in Breslau ordiniert werden und wurde stattdessen 1876 in Prag zum Priester geweiht. Anschließend Hauslehrer bei der gräflichen Familie Chłapowski auf Schloss Rothdorf/Czerwona Wieś bei Kosten/Kościan. 1884 Kreisvikar in Loslau/Wodzisław Śląski, ab 1885 Pfarrer in Keltsch. Am 23. Januar 1908 wurde er im Wahlkreis Pleß-Rybnik/Pszczyna-Rybnik für den ausgeschiedenen Abgeordneten Aleksander Skowroński (1863-1934) mit einem Wahlergebnis von 65,5% in die polnische Fraktion des Deutschen Reichstags gewählt. Er gehörte den Ausschüssen Gewerbeordnung, Bausonderungen, Gerichtsgesetze, Kalisalze, Petitionen, Steuervermittlergesetz und Zuwachssteuergesetz an. 1919 engagierte er sich während der Volksabstimmung in Oberschlesien für das Polnische Komitee in Beuthen. 1922 wurde er gezwungen, Keltsch zu verlassen und ging als Pfarrer nach Hajduki Wielkie. Im selben Jahr wurde er auf einer Liste der Polsko-Katolicka Partia Ludowa/Polnisch-katholischen Volkspartei für den Regierungsbezirk Oppeln in den Preußischen Landtag gewählt und nahm dieses Mandat bis zu seinem Lebensende wahr. Bild: 1907.

Literatur:

Reichstags-Handbuch, 12. Legislaturperiode (Nachtrag), Berlin 1907, 18f., 31 (Bild); Reichstagsprotokolle 1895-1918, Register 238, 269.

Online:

http://zhsf.gesis.org, Parlamentarierportal, BIORAB Kaiserreich online
http://www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de/
http://www.reichstagsprotokolle.de
http://jankowice.rybnik.pl/groby/wajda.html


A. Feuß


Link zu den Reichstagsprotokollen:

http://www.reichstagsprotokolle.de

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