Kościelski, Józef Teodor Stanisław

Józef Teodor Stanisław Kościelski (1845-1911). Polnischer Rittergutsbesitzer, Dichter, Dramatiker und Mitglied des Preußischen Herrenhauses, 1884-94 Reichstagsabgeordneter des Deutschen Kaiserreichs
Józef Teodor Stanisław Kościelski (1845-1911). Polnischer Rittergutsbesitzer, Dichter, Dramatiker und Mitglied des Preußischen Herrenhauses, 1884-94 Reichstagsabgeordneter des Deutschen Kaiserreichs

Kościelski, Józef Teodor Stanisław (Joseph Theodor Stanislaus von Kosciol-Koscielski, Joseph von Koscielski), 1881-1911 Mitglied der 1. Kammer des Preußischen Landtags, 1884-94 Mitglied des Reichstags des Deutschen Kaiserreichs. *9.11.1845 Schloss Sluzewo/Służewo, Kreis Inowrazlaw/Inowrocław, †22.7.1911 Posen, Rittergutsbesitzer, Dichter, Dramatiker. Sohn des Grafen August Kościelski (1818-1879). Er besuchte das Maria-Magdalena-Gymnasium in Posen und machte sein Abitur in Braunsberg/Braniewo. 1867-70 studierte er Rechtswissenschaften und Kameralistik in Berlin und Heidelberg. Während des Studiums war er Vorsitzender der Towarzystwo Naukowe Akademików Polskich w Berlinie/Wissenschaftlichen Gesellschaft polnischer Akademiker in Berlin. 1871/72 Reisen in Frankreich, dem Mittleren Osten und Afrika insbesondere für ägyptologische Studien. Rittergutsbesitzer auf Scharley/Szarlej und Karczyn, Kreis Inowrazlaw, ansässig in Karczyn bei Lojewo/Łojewo. 1881 heiratete er Maria Bloch, die Tochter des Warschauer Bankiers, Industriellen und Eisenbahnpioniers Jan Gotlib Bloch (Johann von Bloch, 1836-1902). Im Oktober 1884, im Februar 1887, im Februar 1890 und im Juni 1893 wurde er im Wahlkreis Inowrazlaw-Mogilno/Inowrocław-Mogilno mit Wahlergebnissen zwischen 70,37% und 77,55% als Abgeordneter in die polnische Fraktion des Deutschen Reichstags gewählt. Er gehörte zahlreichen Ausschüssen an. Zeitweise Vorsitzender der polnischen Fraktion, verfolgte er eine Politik des gemäßigten Ausgleichs mit Preußen während der Ära von Reichskanzler Leo von Caprivi 1890-94. Mit einem Teil der Fraktion stimmte er 1891 dem Marineetat, 1893 dem Heeresetat und 1891-93 den Handelsverträgen zu. Dafür von der Mehrzahl der polnischen Abgeordneten kritisiert, legte er am 9.3.1894 sein Mandat nieder. Auf dem Polentag in Lemberg 1894 bekräftigte er jedoch seine polnische Gesinnung. 1895 erwarb er das Landgut Miloslaw/Miłosław und wandte sich sozialen und kulturellen Aktivitäten zu. 1899 gründete er in Posen die Towarzystwo Dziennikarzy i Literatów Polskich/Gesellschaft für polnische Presse und Literatur und war Mitglied der Poznańskie Towarzystwo Przyjaciół Nauk/Posener Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften. Er war im Vorstand zahlreicher Handels- und Industriegesellschaften, u.a. Aufsichtsratsvorsitzender des Maschinenbauunternehmens H. Cegielski AG/H. Cegielski-Poznań S.A. in Posen. Bild: vor 1911, Public Domain. Eigene Schriften: 1. Dichtung: Sonety nadgoplańskie, 1868; Poezje, 1883; Preludia zakopiańskie, 1903; Co mi Tatry dały, 1905. 2. Dramen: Władysław Biały, książę gniewkowski, 1874; Arria, 1874; W imię krzyża, 1882; Dwie miłości, 1884; Tragedia jakich wiele, 1908; Poznańczanie we Włoszech, 1873; Prelegent, 1882; Dzienniczek Justysi, 1889.

Literatur:

Deutscher Parlaments-Almanach, Ausg. 15, Leipzig 1884, 173; Amtliches Reichstags-Handbuch, 8. Legislaturperiode, Berlin 1895, 202; 9. Legislaturperiode, Berlin 1898, 193; Nachtrag für die 9. Legislaturperiode, Berlin 1896, 18; Reichstagsprotokolle 1867-1895, Register 87, 95, 103, 105, 112, 118, 125, 129, 145, 155; Reichstagsprotokolle 1895-1918, Register 161, 238; A. Kotowski: Zwischen Staatsräson und Vaterlandsliebe, Düsseldorf 2007, 63, 65, 68, 87, 102f., 105, 107-11, 113-16, 119f., 123-125, 127, 129f., 133-136, 194.

Online:

http://zhsf.gesis.org, Parlamentarierportal, BIORAB Kaiserreich online
http://www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de/
http://www.reichstagsprotokolle.de
http://www.sejm-wielki.pl
Internetowy Polski Słownik Biograficzny.


A. Feuß


Link zu den Reichstagsprotokollen:

http://www.reichstagsprotokolle.de

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