Zdzisław Nardelli

Zdzisław Nardelli, Fotografie aus dem Krakauer Fotoatelier „Pro Arte”, vor 1949.
Zdzisław Nardelli, Fotografie aus dem Krakauer Fotoatelier „Pro Arte”, vor 1949.

Info

Zdzisław (Rudolf) Nardelli, eine erstrangige Persönlichkeit der polnischen Kultur nach Kriegsende, Radioregisseur, Schriftsteller und Dichter. Er wurde am 18. Oktober 1913 in eine italienischstämmige Kaufmannsfamilie geboren,  die sich im 18. Jahrhundert in Teschen niedergelassen hatte.

Lage im Atlas der Erinnerungsorte

In allen Kriegsgefangenenlagern war Nardelli kulturell und künstlerisch aktiv, schrieb Texte und Gedichte, organisierte Abendvorstellungen, leitete ein Theater und bereitete Theateraufführungen vor. Beim Treffen mit dem herausragenden französischen Komponisten Olivier Messiaen, der Gefangener im Stalag VIII A in Görlitz war, spielte er eine besondere Rolle, da er ihn in seine Obhut nahm.[1] Nardelli organisierte „polnische Abende“, auf denen er seine Poesie – untermalt mit Kompositionen Messiaens, die in Gefangenschaft entstanden waren – rezitierte. Auf diese Weise ebnete Nardelli den Weg für die historische Premiere des im Stalag VIII A entstandenen, „Quartett für das Ende der Zeit“ genannten Werkes Messiaens,[2] das heute als eines der berühmtesten Werke französischer Kammermusik in den Konzertsälen der Welt gespielt wird. Der in den Gefängnissen in Bonn, Monschau, Brauweiler und Köln festgehaltene Nardelli wurde von der Gestapo der kommunistischen Tätigkeit verdächtigt. Schließlich wurde er verurteilt und in das KZ Buchenwald gebracht (Häftlingsnummer 81824), wo er Kontakt zu einer kommunistischen Untergrundzelle knüpfte. Er überlebte das Konzentrationslager, von wo ihm kurz vor der Befreiung durch die amerikanische Armee in den ersten Apriltagen 1945 die Flucht gelang. Ab Mai arbeitete er im Polnischen Zentrum in Erfurt als Leiter des Referats Kunst. Kurze Zeit später entschied er sich dazu, nach Polen zurückzukehren.

Nardelli wurde mit der Programmleitung des Polnischen Radios in Krakau betraut. Er hatte Anteil an der Entstehung des Symphonieorchesters der Republik Polen in Krakau unter Leitung von Jerzy Gert und bemühte sich um die mittägliche Übertragung des Trompetensignals „Hejnał” vom Turm der Marienkirche in Krakau, die seitdem fester Bestandteil und Tradition des Radioprogramms ist. Im Jahr 1949 wurde er nach Stettin und Köslin versetzt, wo er die dortigen Radiostationen von Grund auf neu strukturierte. Nach dem Tod seiner Frau – aus dieser Ehe war Sohn Piotr hervorgegangen – ging er eine Beziehung mit einer wunderschönen Frau mit dem außergewöhnlichen Namen Teodozja ein. Ab 1956 arbeitete er als Regieleiter, zuständig für alle Rundfunksendungen mit Ausnahme literarischer, für das Polnische Radio in Warschau, zwischen 1969 und 1988 war er Theaterdirektor des Polnischen Radios. Er regte einen breiten Kreis befreundeter Schriftsteller und Autoren zur Mitarbeit an. Dazu gehörte insbesondere K. I. Gałczyński, der für Nardelli sogar eine heute in Vergessenheit geratene Kantate zur Einweihung des Radiosenders in Stettin (Kantata na otwarcie Rozgłośni Radia w Szczecinie) komponierte. Er arbeitete mit großer Leidenschaft und voller Energie und beschritt dabei oftmals unkonventionelle Wege. Nardelli wurde zu einem der herausragenden Regisseure von Hörspielen im Radio. Eine ganze Elite von Schauspielern ging durch seine Hände als Regisseur, darunter Ludwik Solski, Irena Eichlerówna, Czesław Wołłejko, Edward Dziewoński, Andrzej Łapicki, Stanisława Perzanowska, Tadeusz Fijewski, Danuta Szaflarska, Zbigniew Zapasiewicz und Gustaw Holoubek. Insgesamt schuf er ca. 1.500 Hörspiele, darunter beliebte nationale Klassiker, wie Dziady [Totenfeier] von Adam Mickiewicz sowie Wesele [Die Hochzeit] und Warszawianka [Die Warschauerin] von Stanisław Wyśpiański, aber auch Werke junger Autoren, wie dem Teschener Helmut Kajzer. Dabei nutzte er innovative technische Lösungen, u.a. indem er Stereofonie und Quadrofonie verband oder die Aufnahmemöglichkeiten des Experimentellen Studios des Polnischen Radio, das von Józef Patkowski geleitet wurde, nutzte. Nardelli beendete seine Karriere beim Radio mit der Realisierung von Rzeźnia [Der Schlachthof] von Stanisław Mrożek. All diese Hörspiele sendet das Polnische Radio auch heute noch. Nardelli wurde überdies von ausländischen Radiosendern dazu eingeladen, Hörspiele polnischer Autoren zu inszenieren, dazu gehörten u.a. der Sender Freies Berlin (Panie – Die Damen – von I. Iredyński), Centro di Produzione di Milano (La Fuga von H. Bardijewski), RAI in Rom (Non omnis moriar von J. Przybora), der Sender Baden-Baden (Herr Lonek ist gekommen von M. Tonecki, mit dem beliebten Schauspieler Rolf Henniger), worauf die Presse so reagierte: „Wieder einmal weilt ein bekannter Pole in den Mauern unserer Stadt…“, sowie die Radiosender in Bratislava (Czapa – von J. Krasiński) und Oslo. Er war Jury-Mitglied beim internationalen Hörfunkwettbewerb „Prix Italia“ in Turin. Zudem repräsentierte er das Polnische Radio im Ausland, u.a. in Wien und auf dem Kongress der Radioschaffenden in Frankfurt am Main (während der Beratungen kam es zu Wortgefechten mit Vertretern der jungen deutschen Schule, die die traditionellen Formen des Hörfunks attackierten).

 

[1] Jerzy Stankiewicz, Powstanie „Kwartetu na koniec Czasu“ w Stalagu VIII A Görlitz (1940/41). Olivier Messiaen w kręgu polskiej inteligencji i artystów [Die Entstehung des „Quartetts für das Ende der Zeit” im Stalag VIII A in Görlitz 1940/41. Olivier Messiaen im Kreis polnischer Intellektueller und Künstler], in: „Łambinowski Rocznik Muzealny” [Lamsdorfer museale Jahreshefte], Nr. 33 (2010). Centralne Muzeum Jeńców Wojennych w Łambinowicach-Opolu [Zentrales Museum der Kriegsgefangenen in Oppeln-Lamsdorf], Opole 2010, S. 103-121.

[2] Jerzy Stankiewicz, „Kwartet na koniec Czasu” – legenda i sława [Quartett für das Ende der Zeit – Legende und Ruhm]. „Ruch Muzyczny“ [Musikalische Bewegung], Nr. 3 (2009), S. 6-8. 

Nardelli erhielt zahlreiche polnische und ausländische Preise und Auszeichnungen für seine Arbeit beim Hörfunk (u.a. das Goldene Mikrofon 1971). Die berühmteste seiner Initiativen und Tätigkeiten als Regisseur war die Hörfunkerzählung Matysiakowie [Die Familie Matysiak], die zwischen 1956 und 1978 als Fortsetzungsgeschichte ausgestrahlt wurde. Er wurde mit dem Orden Polonia Restituta ausgezeichnet. Nardelli schrieb vier autobiografische Erzählungen: Pasztet z ojczyzny[3] [Pastete aus der Heimat] – ein Epos über den September 1939; Otchłań ptaków[4] [Die Hölle der Vögel] – die Schilderung der Hölle in den nationalsozialistischen Gefangenenlagern (mit Erwähnung des Treffens mit Messiaen im Görlitzer Lager); Płaskorzeźby dyletanta[5] [Das Flachrelief eines Dilettanten] – ein Bericht über seine leidenschaftliche Arbeit als Organisator, später als Hörfunkregisseur, die er 1945 in Krakau aufnahm. Das vierte Buch unter dem Titel Sprzedawca śniegu [Der Schneeverkäufer] wurde bislang nicht veröffentlicht.[6]

Bis zu seinem Lebensende wohnte Nardelli in Warschau und nahm am dortigen kulturellen Leben teil. Die Sommerzeit wiederum verbrachte er mit schriftstellerischer Tätigkeit in Orzechowo an der Narew. Dort erlebte er 1972 den tragischen Tod seines Neffen Andrzej Nardelli, eines talentierten polnischen Schauspielers. Zdzisław Nardelli starb am 21. Mai 2006 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Evangelisch-Augsburgischen Friedhof in Warschau.

Der Tag der Mobilmachung der polnischen Soldaten war der Tag vor dem Beginn des deutschen Septemberfeldzugs, der 31. August. Nachdem Nardelli sich in Teschen von seiner Mutter verabschiedet hatte, zog er als Fähnrich der Reserve, Pyrotechniker und Kommandant des Selbstständigen Festungsartilleriezuges beim 3. Podhaler-Schützenregiment, das zur 21. Berginfanteriedivision gehörte, welches in der Bielitzer Kaserne stationiert war, in den Krieg. Einige Jahre zuvor, 1934/35, hatte er die Schule für Artilleriefähnriche der Reserve in Włodzimierz Wołyński beendet. Die Ziellosigkeit und das tragische Schicksal der Soldaten beschrieb Nardelli in einigen Fragmenten seiner Erzählung Pasztet z ojczyzny [Pastete aus der Heimat] sehr treffend. Darin skizzierte er ein farbenreiches Bild der Teschener Gesellschaft kurz vor Ausbruch des Krieges und während dessen blutigen Verlaufs, wobei stellenweise er die Teschener schlesische Mundart verwendete.

„… Oh göttlicher Alighieri, in welchen Kreislauf  der Wanderschaft sind unsere Sinne bloß geraten, gesättigt mit dem Geruch verbrennender Körper, dem Brutzeln menschlichen Fettes, dem üblen Geruch der getöteten, auseinandergerissenen Menschen und Tiere, dem Gestank der aufgeblähten Bäuche. In den tiefsten. Denn hat es nicht gerade erst angefangen?

Die zerstörten Fahrzeuge erloschen gerade erst, Fliegenschwärme summten unheilvoll. Das einseitige Morden von Menschen war beängstigend. Wo waren die Pfadfinder? Ob das verdrehte, in einem blutgetränkten Baum feststeckende Fahrrad wohl zu ihnen gehört hatte? Stammte die auf den Sträuchern hängende Konfederatka von einem abgerissenen Kopf? Wo seid ihr Jungs? Wollte er rufen. Uns haben halbgebildete Bauernknechte überfallen, komplexbeladene Habenichtse, unbedeutende Faulpelze, Dämlacke, zu verachtende Existenzen, die durch einen sadistischen Schlächter mit dem Hakenkreuz und größenwahnsinniger Freude am Bestialischen gekennzeichnet worden waren, die aus einem absurden Substantiv resultierte: Übermensch. Dieser besessene Schwachkopf paralysierte Millionen von Menschen mit verblichenen historischen Phrasen. Wer fiel darauf herein? Intellektuelle Schurken. Menschen ohne Vorstellungskraft. Durchschnittsmenschen und degenerierte Typen, die im Tausch gegen blinden Gehorsam mit quasi göttlicher Macht bedacht wurden…“[7]

 

[3] Z. Nardelli, Pasztet z ojczyzny [Pastete aus der Heimat], Verlag „Śląsk”, Katowice 1985.

[4] Z. Nardelli, Otchłań ptaków [Die Hölle der Vögel], Verlag „Śląsk”, Katowice 1989.

[5] Z. Nardelli, Płaskorzeźby dyletanta [Das Flachrelief eines Dilettanten], Wydawnictwo Radia i Telewizji, Warszawa 1988.

[6] Das Buch wurde beim Wettbewerb des polnischen Schriftstellerverbandes, Abteilung in Lublin, mit dem zweiten Preis ausgezeichnet (1988).

[7] Zdzisław Nardelli, Pasztet z ojczyzny, S. 154.

Nach der letzten verlorenen Schlacht bei Tomaszów Lubelski geriet Nardelli am 18. September 1939 in den Ostgebieten, die heute als „Westukraine“ bezeichnet werden, in Bortniki bei Żydaczów in der Wojewodschaft Lemberg in Gefangenschaft.[8] In der Nähe von Szepietówka in Podolien unternahm er gemeinsam mit Fähnrich Z. Nycz einen missglückten Fluchtversuch. Infolge eines Austausches polnischer Kriegsgefangener zwischen den Nationalsozialisten und den Sowjets kam er auf einen Transport, der in Richtung Westen ging. Am 22. September wagte er bei Görlitz einen erneuten Fluchtversuch aus dem Eisenbahnwaggon, doch wieder vergeblich. Er kam mit seinen Kameraden nach Niederschlesien, in das sich im 8. Wehrmachtsbezirk befindende Durchgangslager Kunau. Während der Registrierung im Stalag VIII C in Sagan, wo er für längere Zeit einsaß, erhielt er die Gefangenennummer 4985. Hier verbrachte er seinen ersten Kriegswinter und passte sich an die Lebensbedingungen in einem Gefangenenlager an. Er begann damit, in den Bereichen Bildung und Kunst tätig zu werden, wozu er auch seine Kameraden voller Elan animierte. Eines der Ergebnisse seiner Tätigkeit war ein satirisches Krippenspiel zu Neujahr unter dem Titel Uwaga! Sagan wrze! [Achtung! In Sagan brodelt es!],[9] das 1939/40 in besagtem Ort aufgeführt wurde. Das vollständig erhalten gebliebene Krippenspiel zählt zu den wertvollen Relikten, die das künstlerische Schaffen polnischer Häftlinge in den Gefangenenlagern dokumentiert. Die oftmals bissigen Couplets verfasste Nardelli gemeinsam mit dem für seine Beredsamkeit und seinen herzerfrischenden Humor bekannten Maler Tadeusz Łakomski,[10] der zusammen mit dem Maler Jan Świderski[11] das Bühnenbild und die Puppenfiguren schuf. Am 20. Mai 1940 wurde Nardelli ebenso wie andere  polnische Kriegsgefangene in das Stalag VIII A in Görlitz verlegt.[12] Bereits einen Monat vor der Kapitulation Frankreichs begannen die Deutschen damit, in ausgewählten Lagern Platz zu schaffen, um auf die ankommende Welle von Kriegsgefangenen aus dem Westen zu reagieren.

Im Juni 1940 konnte  das Stalag VIII A in Görlitz von den ersten, auf den Schlachtfeldern ergriffenen polnischen Kriegsgefangenen, worunter sich auch Czesław Mętrak[13] aus Warschau befand, fertiggestellt werden. Sie waren ebenso wie die polnischen Kriegsgefangenen in Sagan in einem Durchgangslager untergebracht – in Görlitz – und überlebten den Winter 1939/40 in Zelten. Als die ersten Transporte mit gefangengenommenen französischen Soldaten eintrafen, wurden sie von den Polen als eine Art Gastgeber freundschaftlich und mit großem Interesse begrüßt; sie erhofften sich von den Soldaten aus dem Westen auch Neuigkeiten aus der Welt. Die Polen kümmerten sich um die verunsicherten Neuankömmlinge, die noch das Trauma der Niederlage und der Gefangennahme durchlebten. Die polnischen Gefangenen hatten sich bereits eine eigene „polnische Bibliothek“ erkämpft („polnisch“, weil es bis dahin nur Polen im Lager gab, bei der Mehrzahl der Bestände handelte es sich allerdings um deutschsprachige Bücher) und eine römisch-katholische Kapelle eingerichtet. Sie bemühten sich überdies um die Einrichtung eines Gemeinschaftsraumes, was von deutscher Seite auf Ablehnung stieß mit der immer häufiger verwendeten Begründung, Polen existiere als Staat nicht mehr, daher besäßen die polnischen Gefangenen keinerlei Recht, Forderungen zu stellen.

 

[8] Quelle: ACMJW, die Information basiert auf den Transportlisten der dort festgehaltenen Personen.

[9] Ein auf Packpapier handgeschriebenes Exemplar des Krippenspiels mit Illustrationen und einem Zensurstempel („geprüft“) aus dem Lager in Sagan ist erhalten geblieben und befindet sich im Familienarchiv von Janina Kraupe-Świderski (geb. 1921, Ehefrau des Kriegsgefangenen Jan Świderski), einer namhaften polnischen Malerin, Mitglied der „Krakauer Gruppe“ und Professorin an der Akademie der Schönen Künste in Krakau.

[10] TADEUSZ ŁAKOMSKI (geb. am 22.09.1911 in Wręczyca, gest. am 31.12.1987 in Krakau, Gefangenennummer 4959), Maler und bekannter Karikaturist, nach Kriegsende Professor an der Akademie der Schönen Künste in Krakau. Vielseitig begabt, auch musikalisch, übte er im Lager die Funktion eines Dolmetschers/Übersetzers für die französische Sprache aus.

[11] JAN ŚWIDERSKI (geb. am 02.06.1913 in Grodziec bei Bendzin, gest. am 01.03.2004 in Krakau, Gefangenennummer 846), bedeutender Landschaftsmaler. Nach seiner Freilassung war er Professor, Prorektor und Inhaber des Lehrstuhls für Malerei und Zeichnung an der Fakultät für Grafik an der Akademie der Schönen Künste in Krakau. In den Lagern in Sagan und Görlitz fertigte er (wie auch T. Łakomski) zahlreiche Skizzen an, sog. Lagerlandschaften, sowie Porträts auf Bestellung von Deutschen, wobei er Materialien nutzte (Skizzenblöcke, Pastelle, Farben), die ihm von Lagerbeamten beschafft worden waren. Man kann davon ausgehen, dass ein Teil dieser Arbeiten erhalten geblieben ist und sich in privaten deutschen Sammlungen oder öffentlichen Kunstgalerien befindet. 

[12] Quelle: ACMJW, ebd.; siehe: Hannelore Lauerwald, In fremdem Land. Viadukt, Görlitz 1997.

[13] CZESŁAW MĘTRAK (geb. am 13.04.1915 in Osieck, gest. am 10.12.2995 in Warschau, Gefangenennummer 77), war einer der ersten Gefangenen im Stalag VIII A in Görlitz-Moys. In seinem Tagebuch notierte er die Ankunft der ersten Transporte: die Belgier kamen am 19. Juni, die Franzosen am 30. Juni 1940 (aus der Sammlung seines Sohnes, Piotr Mętrak, Warschau). Er nahm aktiv am kulturellen Wirken im Lager teil und hielt Vorträge. Ihm gelang die Flucht aus der Gefangenschaft und die Rückkehr nach Polen. Während der Besatzungszeit war er Unterleutnant der Heimatarmee mit dem Pseudonym „Duch“ [Geist]. Nach dem Krieg war er im Fachbereich Holztechnik Professor an der Warschauer Naturwissenschaftlichen Universität.

Der Schriftsteller Zdzisław Nardelli wurde von der Lagerverwaltung zum Bibliotheksleiter ernannt. Er hatte als Gefangener große Charakterstärke gezeigt, sprach fließend Deutsch und zeigte eine gewisse Ungezwungenheit im Umgang mit den Deutschen. Mitte Juli 1940 traf mit einem der vielen Transporte französischer Kriegsgefangener der Komponist Olivier Messiaen im Lager ein, der in naher Zukunft zu einem der berühmtesten Musikschaffenden des 20. Jahrhunderts werden sollte. Seine Gefangenschaft wurde zu einem Symbol für die europäische Kultur und erregte Dank des im Lager komponierten Werkes Quartett für das Ende der Zeit großes Aufsehen.[14] Neben Messiaen trafen zwei weitere großartige Musiker im Lager ein, die in Pariser Orchestern spielten. Der eine, Violoncellist Etienne Pasquier, wurde dem Arbeitskommando im Striegauer Steinbruch zugeteilt. Der andere, Pfarrer Jean Brossard (Gefangenennummer 908), aus demselben Transport wie Messiaen und zukünftiger Seelsorger der französischen Kriegsgefangenen, wurde ebenfalls schwerer körperlicher Arbeit in einer weiter entlegenen Kommandostelle zugeteilt.

In dieser Lage wandten sich Freunde Messiaens mit der Bitte an die Polen, den talentierten Kameraden vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren. Nardelli entschied sich dazu, Messiaen als Gehilfen in der Bibliothek anzustellen und holte dafür das Einverständnis des Lagerkommandanten ein. Der französische Komponist war vor einer Kräfte zehrenden körperlichen Zwangsarbeit gerettet worden und fand in der polnischen Bibliothek einen Ort der Zuflucht und der Ruhe, wo er seinen Gedanken freien Lauf lassen, meditieren und an einer neuen Komposition schöpferisch tätig werden konnte. Diese legte er für Geige, Klarinette, Violoncello und Flügel (ersetzt durch das Lagerklavier) aus, also für Musiker, die im Stalag festgehalten wurden. Seitdem ließen die Deutschen Messiaen in Ruhe, erst später erfuhren und überzeugten sie sich davon, von welchem Format die im Görlitzer Lager einsitzende Persönlichkeit war. So kam es dann auch von deutscher Seite zu diskreter Hilfe, etwa von dem deutschen Unteroffizier Karl-Albert Brüll, wahrscheinlich aus eigener Initiative.[15] Brüll war von Beruf Rechtsanwalt, stammte aus einer angesehenen Notarsfamilie aus Görlitz und war im Lager als Dolmetscher beschäftigt. Er belieferte Messiaen mit Notenpapier, Bleistiften und Radiergummis, und nicht zuletzt mit Lebensmitteln.

Die nächste Initiative Nardellis war die Organisation eines „Polnischen Abends“ Mitte Dezember 1940, zu dessen Aufwertung auch Messiaen und die französischen Musiker eingeladen wurden. Nardelli rezitierte gemeinsam mit Czesław Mętrak und Bohdan Samulski[16] 13 seiner im Lager entstandenen Gedichte. Messiaen erklärte sich damit einverstanden, fünf seiner ebenfalls hier komponierten Stücke spielen zu lassen. Anfangs wusste man nicht, dass es sich dabei um Teile des Werkes handelte, das später die Welt erobern sollte – nämlich das Quartett für das Ende der Zeit. Bohdan Samulski erstellte einige Dutzend Programmhefte in Kalligrafie, unterzeichnet von den polnischen Veranstaltern und französischen Musikern. Alles zusammenwurde vom Lagerzensor mit dem Siegel „geprüft“ abgesegnet. Dieses kostbare Dokument, dass die Premiere von Fragmenten des noch unvollendeten und nicht benannten Quartetts Messiaens im Lager auf Initiative der polnischen Gefangenen belegt, ist nur noch in polnischen Händen erhalten geblieben: bei Zdzisław Nardelli und Czesław Mętrak in Warschau sowie Antoni Śliwiński[17] in Krakau.

„Dieser Abend gehörte zu den interessantesten Veranstaltungen, die auf dem Lagergelände überhaupt stattfanden. Oberleutnant Bull [Carl-Albrecht Brüll] bezeichnete das Konzert als ergreifend und einzigartig, die Musik Oliviers [Messiaen] schwer, fesselnd und passend zur Poesie des polnischen Dichters [Nardelli] – zwei  ähnliche Inhalte in verschiedenen Formen ausgedrückt. Piskorz [Nardelli] rezitierte langsam und eindringlich. Die Interpretation handelte er so einfach wie möglich ab…

Kiedroń lauschte fasziniert, ergriffen von der Schönheit der ihm bis dahin unbekannten Entdeckungen, der unbegrenzten Möglichkeiten von Klängen. Erstmals in seinem Leben begegnete er einer solchen Musik, die ihn bedrängte, ihm unter die Haut ging. Er hatte zuvor nicht vermutet, dass Musik verletzten konnte, wie zersprungenes Glas. Sie schickte ihre Zuhörer auf eine Gratwanderung der Gefühle und an den Rand eines ästhetischen Höhepunktes. Messiaen löste althergebrachte Formen auf. Sie waren zu eng für ihn. Kiedroń begegnete erstmals einer solchen Musik. Er wusste nicht, wie er mit ihr zurechtkommen sollte. Er spürte ihre Größe und seine beschämende Unkenntnis. Er war ihr gegenüber schlicht hilflos. Die musikalische Gewandtheit der Ausführenden verlieh der Herrlichkeit des Werkes von Messiaen zusätzlichen Glanz. Etwa die unwahrscheinliche Virtuosität von Akoka, der die komplizierten Partien mit der Melodik eines Kanarienvogels spielte und den Klang der Klarinette aus der Wirklichkeit entrückte. Am Violoncello stand ihm Etienne Pasquier zur Seite, an der Geige Le Boulaire, am Klavier nahm der Komponist selbst Platz, allesamt Meister ihres Fachs.

Es ist also nicht verwunderlich, dass im Anschluss an das Erklingen der letzten Töne ein applaudierendes Publikum die Musiker und den erstaunten Messiaen umringte. [Piskorz] dankte Bull für die freundlichen Worte. Dabei lächelte er traurig. Verbittert kehrte er in seine Bibliothek, hinter Stapel von Büchern zurück. Ihn begleitete Messiaen, der ein wenig Stille nun umso mehr benötigte…[18]

 

[14] Jerzy Stankiewicz, Ile wykonań „Kwartetu na koniec Czasu” Oliviera Messiaena odbyło się w Stalagu VIII A w Görlitz? Nowe fakty i hipotezy 70 lat później [Wie oft wurde das „Quartett für das Ende der Zeit” von Olivier Messiaen im Stalag VIII A in Görlitz gespielt? Neue Fakten und Hypothesen, 70 Jahre danach]. Poznańskie Towarzystwo Przyjaciół Nauk [Posener Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften], „Res Facta Nova” Nr. 12 (2011), S. 187-203.

[15] Siehe: Rolf Hensel, Carl-Albert Brüll (1902-1989), in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs, Gebr. Mann Verlag, Berlin 2011, S. 237-254. Carl-Albert Brüll war nicht in der NSDAP. Vom 4. November 1940 bis zum 15. November 1943 leistete er seinen Dienst in der Wehrmacht im Stalag VIII A in Görlitz ab.

[16] BOHDAN SAMULSKI (geb. am 06.09.1920 in Warschau, gest. am 24.01.2010 in Huccorgne, Belgien, Gefangenennummer 23) beendete im August 1939 die Fähnrichschule. Er gehörte zu den jüngsten Kriegsgefangenen. Er unternahm zwei Fluchtversuche aus dem Lager, wovon der zweite von Erfolg gekrönt war. Er war Offizier in der 1. Polnischen Panzerdivision von General Stanisław Maczek und wurde mit dem Orden Virtuti Militari und der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Nach Kriegsende schloss er die Akademie der Schönen Künste in Brüssel erfolgreich ab. Er war ein herausragender polnischer Architekt sowie Maler und Zeichner, Projektant des Palastes des Gouverneurs von Belgisch-Kongo, der anschließend in ein Parlamentsgebäude umgewandelt wurde, und vieler weiterer Bauten in Brüssel, Léopoldville und Kinshasa.

[17] ANTON ŚLIWIŃSKI (geb. am 28.05.1912 in Siersza, gest. am 03.06.1995 in Krakau, Gefangenennummer 4969) nahm ein Studium an der Technischen Hochschule in Lemberg auf. Am 18.09.1939 geriet er bei Tarnopol in Gefangenschaft. Als Fähnrich war er u.a. in den Lagern in Sagan und Görlitz inhaftiert. Dort hielt er Vorträge auf dem Gebiet der Astronomie. Er war ein aufmerksamer Beobachter der Ereignisse und des künstlerischen Lebens im Stalag VIII A in Görlitz. Ihm verdanken wir den Erhalt des Programmheftes des „Polnischen Abends“ (das er gegen Ende seines Lebens an Jerzy Stankiewicz übergab, der es seiner Sammlung einverleibte) und vieler weiterer wertvoller zeitgeschichtlicher Zeugnisse.

[18] Fragment der Schilderung des „Polnischen Abends“ im Buch von Zdzisław Nardelli, Otchłań ptaków, S. 65-67. 

An den „polnischen Abend” konnte sich noch ein anderer Gefangener erinnern, der aus der Gegend von Nowogródek stammte: „Es gab [außer Konzerten] auch Deklamationen von Gedichten verschiedener Autoren, u.a. rezitierte unser Kamerad Zdzisław Nardelli (gegenwärtig Leiter des Radios in Krakau) seine eigenen, sehr schönen Gedichte. Es war aber sehr schwer, an Bücher zu kommen, insbesondere polnische. Dagegen hatten die Franzosen eine ganze Menge Bücher, daher nutzte ich häufig ihre Bibliothek.“[19]

Die Organisation des „polnischen Abends“ im Görlitzer Stalag bewies, dass es möglich war, das neue, im Lager entstandene Werk Messiaens meisterhaft zu spielen. Die deutsche Führungsriege des Stalags unter der Leitung von Oberst Alois Bielas machte sich diese Tatsache zunutze und organisierte einen Monat später eine pompöse, offizielle Premiere der Komposition Messiaens. Dieses Mal befahl man ausschließlich den französischen Gefangenen, sich am Mittwoch, den 15. Januar 1941, geschlossen in der Theaterbaracke einzufinden. Dies war jedoch kein besonderer Tag für Konzerte und kulturelle Ereignisse, die Gefangenen marschierten in der Abenddämmerung wie an fast jedem Tag direkt von der Zwangsarbeit in der Stadt in Kolonnen in das Lager zurück. Es gelang, in der Theaterbaracke etwa 400 französische und auch einige wenige belgische Gefangene zu versammeln. Die Polen dagegen wurden übergangen und nicht einmal über das stattfindende Konzert in Kenntnis gesetzt. Daher nahmen weder Nardelli, der Organisator des gemeinsam mit den Franzosen begangenen Poesie- und Musikabends, noch andere polnische Gefangene an der offiziellen Premiere des Quartetts teil. Zwei Wochen nach diesem Konzert, am 29. Januar 1941, wurden alle Polen aus Görlitz in Lager im Inneren Deutschlands verlegt.[20]

Das Premierenkonzert des Quartetts für das Ende der Zeit machte trotz Schwierigkeiten bei der Perzeption einer solchen Musik für einen unvorbereiteten Zuhörer klassischer Musik Eindruck. Der Berichterstatter schrieb in der französischen Lagerzeitung „Le Lumignon“ geradewegs und das erste Mal in Gefangenschaft von der Geburt eines Meisterwerkes, womit er die Grundlage von Ruhm und Ehre schuf, die sich bis zum heutigen Tag über das Werk Messiaens erhebt. Der Komponist schwieg in der Öffentlichkeit viele Jahrzehnte über seine Erlebnisse in Gefangenschaft „in Schlesien“. Gegen Ende seines Lebens bekannte er: „Trotz der furchtbaren Umstände spielten wir mein Musikstück, aber ich weiß nicht, ob das Publikum es verstand, da es sich nicht aus Musikkennern zusammensetzte, sondern aus unglücklichen Menschen. Solchen, wie wir es waren. Die Zuhörer waren ergriffen, weil sie unglücklich waren, und wir [Musiker] waren es ebenfalls, und das Werk war von ihrem Mitgefangenen komponiert worden. Für mich war es gewiss das schönste Konzert in meinem Leben.“[21]

Alle polnischen Gefangenen, darunter auch Nardelli, wurden aus dem Stalag Görlitz fortgebracht, bevor Messiaen und der Violoncellist Pasquier freigelassen wurden. Die beiden französischen Musiker kamen frei, da sie in der Vergangenheit unbewaffnete Soldaten gewesen waren. Ein zusätzliches Argument dafür war auch der anfängliche Dienst Messiaens als Sanitäter. Sie kehrten mit einem am 16. Februar 1941 abgehenden Transport in ihre Heimat zurück.[22] Nach seiner Rückkehr bemühte sich Messiaen darum, seine Existenz in der neuen, profaschistischen Wirklichkeit Frankreichs, in der nun das Vichy-Regime unter Marschall Pétain das Sagen hatte, zu sichern. Infolge einer glücklichen Fügung und dank der Unterstützung des berühmten Professors und Organisten M. Dupré übernahm er im Pariser Konservatorium die Stelle eines in Pension gehenden Dozenten. Das war der Beginn einer glänzenden Karriere Messiaens als Pädagoge und Lehrer dreier Generationen europäischer und internationaler Komponisten.[23] Diese Stabilität gab ihm vor allem die Möglichkeit, sein eigenes künstlerisches Schaffen und seine herausragende Karriere als Komponist zu forcieren und voranzutreiben. Er beschritt nun im 20. Jahrhundert eigene Wege, als sein Hauptwerk zählt die Oper Der Heilige Franz von Assisi, die auch von den Hörern in Kattowitz und Warschau enthusiastisch aufgenommen wurde.[24]

 

[19] Quelle: ACMJW, Formularz do zbierania relacji [Formular zu den Zeitzeugenberichten], Nr. 249, k.A., ausgestellt auf den Namen IGNACY WOŁODŹKO (Sohn von Franciszek, geb. 1905 auf dem Hof von Białomosze, Wojewodschaft Nowogródek). Wołodźko wurde im März 1941 zunächst von Görlitz in das Stalag VIII B Lamsdorf verlegt, anschließend im November in das Stalag VIII D nach Teschen. Wie an dieser Stelle betont werden muss, ist unter den hier erwähnten Gefangenenlagern einzig in Bezug auf das Stalag in Teschen, eines der größten und wichtigsten deutschen Gefangenenlager in Schlesien, in Archiven der Tschechischen Republik die komplette Dokumentation erhalten geblieben. „[…] Wenigstens ist in diesem einen Fall die Regel ins Wanken gebracht worden, dass die Nationalsozialisten bei ihrem Rückzug jegliche Materialien bezüglich der Gefangenenlager, die sie in der Weltöffentlichkeit kompromittieren konnten, vernichteten“, schreiben die tschechischen Autoren Zdenek Konečny und František Mainuš in ihrer Publikation Obozy jenieckie na Górnym Śląsku (Z dziejów stalagu cieszyńskiego) [Kriegsgefangenenlager in Oberschlesien. Aus der Geschichte des Teschener Stalags], übers. v. Danuta Meyza, Roman Bogacki, hrsg. v. Andrzej Szefer, Śląski Instytut Naukowy w Katowicach [Schlesisches Forschungsinstitut in Kattowitz], Verlag „Śląsk”, Katowice 1969.

[20] Quelle: ACMJW.

[21] Lucie Renaud, «Quatuor pour la fin du Temps»  de Messiaen : luminosité intemporelle, «La Scena musicale», Montréal 2002, Bd. 7, Nr. 7 (April), S. 42.

[22] Quelle: Archives Nationales de France, État des Militaires Rapatriés d’Allemagne en provenance du Camp d’Internement de Stalag VIII A, D2009, Nr. 102848, zweite Position: „Olivier Messiaen”.

[23] Anne Bongrain (Hg.), Messiaen 2008. Messiaen au Conservatoire. Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris, Paris 2008.

[24] In Kattowitz und Warschau fanden zwei Konzerte mit der Aufführung dreier Szenen aus der Oper Der Heilige Franz von Assisi unter der Leitung von Antoni Wit als Abschluss des Internationalen Festivals für zeitgenössische Musik, dem sog. Warschauer Herbst, im September 1989 statt.

Nardellis Gefangenschaft dauerte wesentlich länger an, als die siebenmonatige Haft Messiaens, und verlief bis zum Kriegsende unter immer dramatischeren Vorzeichen. Gemeinsam mit seinen polnischen Mitgefangenen aus Görlitz kam Nardelli am 3. Februar 1941 im Lager in Fullen (im Emsland an der niederländischen Grenze) an, das zum Stalag VI B in Neu Versen gehörte. Hier verbrachten die Kriegsgefangenen über zwei Monate, bevor sie in das Lager in Hoffnungsthal verlegt wurden.[25] Nach der körperlich aufzehrenden Arbeit in den Fullener Torfmooren lebte Nardelli im Lager in Hoffnungsthal am Wahn (das ebenfalls zum Lagerkomplex Stalag VI B Neu Versen gehörte) wieder auf. Von den Deutschen wurde er zum Theaterleiter ernannt, gab Unterricht in Form von geheimen Kursen, beteiligte sich gemeinsam mit Kameraden an Sabotageaktionen und kooperierte mit einer konspirativen Zelle der Heimatarmee. In dieser Zeit arbeitete er überdies eng mit Świętosław Krawczyński[26] zusammen, der die Musik zu den Aufführungen im Lager komponierte, arrangierte und als Pianist agierte. So wurden u.a. die Werke Nardellis aufgeführt, an die sich Krawczyński wie folgt erinnerte: „[Seine Kunst] war märchenhaft, humorvoll, gereimt; in ihrer symbolischen, grotesken Handlung versteckte sich der Gedanke an die Unbestechlichkeit eines polnischen Gefangenen durch einen Deutschen.“[27] Überdies kam es zur Premierenaufführung der Komödie Dom Otwarty [Das offene Haus] und einiger Revuen von Michał Bałucki, die sich als Erinnerung an die kleinen Theater und Kabaretts der Vorkriegszeit in Warschau immer großer Beliebtheit beim Publikum erfreuten.

Leider verheimlichte Nardelli seine linken Ansichten auch vor seinen Leidensgenossen im Lager nicht, obwohl einige Kameraden ihn davor warnten. In den Lagern gab es viele Denunzianten und heuchlerische Personen, die – deprimiert von den Umständen und Lebensbedingungen – um jeden Preis versuchten, ihren Kopf über Wasser zu halten oder die eigene Position gar zu verbessern. Am 21. Dezember 1943 wurde Nardelli in Hoffnungsthal, im Arbeitskommando Nummer 281, unter dem Vorwurf kommunistischer Tätigkeit verhaftet und in das Gefängnis in Bonn-Hardthöhe gebracht. Mit ihm zusammen wurden auch die Fähnriche Witold Karcz und Jan Sokal festgenommen.[28] An Heiligabend gelang es dem polnischen Arzt und Fähnrich Jan Merkel sie mit Lebensmitteln, Tabak und Arzneimitteln zu versorgen. Nach Weihnachten und einer Reihe von Verhören wurden sie in ein Lager nach Monschau verlegt, wo Nardelli als Koch arbeitete.

Am 6. Juni 1944 kamen Angehörige der Gestapo Gestapomänner mit einem Citroën vorgefahren, nahmen Nardelli und Karcz fest und brachten sie nach Brauweiler, abermals in ein Gefängnis. Jan Sokal blieb im Lager, an ihm hatte die Gestapo kein Interesse mehr. Nardelli wurde in Folge eines Verfahrens vor dem Kriegsgericht verurteilt. Er kam ins Gefängnis Monschau, wo er bis zum 14. September 1944 einsaß. Danach wurde er nach Köln verlegt. Schließlich wurde Nardelli von der Gestapo in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht, wo er im letzten Kriegswinter 1944/45 um sein Überleben kämpfte. Im April 1945, also noch vor der Evakuierung des Lagers und der Befreiung der Häftlinge durch amerikanische Truppen, gelang Nardelli die Flucht.[29] Nach fünf Jahren Gefangenschaft unter menschenverachtenden Bedingungen erlangte er die Freiheit auf deutschem Boden.

Im Mai traf Nardelli im Polnischen Zentrum in Erfurt ein, wo sich die polnischen Displaced Persons, also ehemalige Konzentrationslagerinsassen, Kriegsgefangene und Soldaten der Polnischen Streitkräfte versammelten. Er nahm die Stelle als Leiter des „künstlerischen Referats“ an und organisierte eine „Theatertruppe“. Allerdings entschied er sich bald für eine zügige Rückkehr nach Polen. Zur Jahresmitte 1945 setzte er dieses Vorhaben gemeinsam mit zwei Kameraden, Tadeusz Findziński und Janusz Zarzycki, um. Die Warnung eines Wächters auf der Grenzbrücke hatte ihnen dabei allerdings Angst bereitet. Dieser hatte ihnen zugerufen: 

„Wozu in Teufels Namen kehrt ihr zurück. Wollt ihr in Sibirien enden? […] So rief ihnen ein polnischer Soldat zu – schrieb Nardelli – als wir nach Überschreitung der Grenze begannen, den vaterländischen Boden zu küssen…[30]

 

[25] Quelle: ACMJW, Attestation du Comité Internationale de la Croix-Rouge. Zdzisław Nardelli, Genf, 9, Dezember 1971.

[26] ŚWIĘTOSŁAW KRAWCZYŃSKI (geb. am 03.05.1913 in Łazy, gest. am 10.03.1977 in Kielce, Gefangenennummer 2404) war Fähnrich der Reserve, Zugführer und arbeitete nach dem Krieg als Anwalt in Kielce. Er war Schriftsteller und ein großer Musikliebhaber; siehe: Jerzy Stankiewicz, Świętosław Krawczyński i Olivier Messiaen. Pamiętne spotkanie w Stalagu VIII A w Görlitz [Świętosław Krawczyński und Olivier Messiaen. Ein denkwürdiges Treffen im Stalag VIII A in Görlitz]. „Palestra Świętokrzyska” [Rechtsanwaltschaft Heiligkreuz], Kielce, Nr. 9 (2009), S. 31-43.

[27] Świętosław Krawczyński, Z raptularza [Aus dem Tagebuch], Zakład poligraficzno-wydawniczy „U Poety”, Kielce 1999, S. 17. Der polnische Leidensgenosse Messiaens bemerkte sogar folgendes: „[...] später kam es zu einer Koproduktion von Messiaen und Ździsiek Nardelli […]. Ich erinnere mich daran, dass Ździsiek das Gedicht „Otchłan Ptaków“ [Die Hölle der Vögel] schrieb, während Messiaen ein Musikstück [unter dem Titel] „Abîme des oiseaux” komponierte […]. Soweit ich mich erinnern kann, hatten möglicherweise die Gedichte von Zdzisław Nardelli Einfluss auf die künstlerischen Konzeptionen der damals im Umriss entstehenden Kompositionen Messiaens vom Ende der Welt.“ Ebd., S. 16.

[28] JAN SOKAL (geb. am 23.12.1913 in Warschau, Gefangenennummer 35), Sohn von Franciszek Sokal (gest. 1932 in Bern, Schweiz), der Ingenieur und Diplomat und seit 1926 Sonderbeauftragter der Republik Polen im Rang eines vollwertigen Ministers beim Völkerbund in Genf war. Jan wohnte dort bei seinem Vater und nahm ein Studium auf. Unter den polnischen Kriegsgefangenen, die sich um die polnische Bibliothek im Stalag in Görlitz kümmerten, war er der wichtigste Gesprächspartner Messiaens sowie Dolmetscher und Übersetzer, u.a. der Gedichte von Nardelli. Nach Kriegsende hielt er sich in  Brüssel auf und hatte regelmäßigen Kontakt zu B. Samulski. ACMJW, Gestapo-Liste Nr. 7/35.

[29] Quelle: ACMJW, Relacja (ankieta osobowa) [Personalbogen] von Zdzisław Nardelli, Warszawa, 12. Oktober 1971.

[30] Zdzisław Nardelli, Płaskorzeźby dyletanta, S. 5.

Wenngleich sich Nardelli auf dem Weg nach Polen in Gedanken als „linksorientierten Poeten“ bezeichnete, dem seine Unterlagen mit vier Jahren seines literarischen Schaffens während seiner Inhaftierung von der Gestapo konfisziert worden waren, und dem die Lebenslust und der Glaube an den Sinn des Schreibens vergangen waren, so gestand er ein, dass er nach all den Gefängnis- und Konzentrationslageraufenthalten eher an seine physische Kraft glaubte, denn an seine intellektuellen Fähigkeiten. An den Ruinen Warschaus vorbei gelangte Nardelli in sein geliebtes, unversehrtes Krakau: „Der ausgebrannte Poet reiste auf dem Dach eines Zuges, seines Werkes beraubt, keinen Sinn mehr darin sehend, von Neuem zu beginnen.“[31] Aber die Rückkehr in die Heimat hatte einen primordialen Sinn; hier im ebenso wie er selbst unversehrt gebliebenen Krakau, in der Stadt seiner Jugend- und Studienzeit, begann die Reinkarnation unseres Protagonisten, hier wurde er mit der Einrichtung des Polnischen Radios beauftragt. Diese Aufgabe setzte bisher verborgene Kräfte und neuen Enthusiasmus bei ihm frei und erlaubte es ihm, sich wieder zu motivieren.

Die fruchtbare und langjährige Arbeit Nardellis für das Polnische Radio, seine Spezialisierung auf die Radioregie, die Realisierung von Hörspielen und Aufführungen des Polnischen Radiotheaters, die vielleicht hauptsächlich dank Nardelli zu einer polnischen Spezialität geworden sind, trugen maßgeblich zur Entfaltung seiner großartigen Karriere bei. Für sein originelles Schaffen nahm er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen entgegen. Die nächste Etappe seines Lebens, nach dem Ende seiner langjährigen Tätigkeit für das Radio, brachte wertvolle autobiographische, präzise Beobachtungen und historiosophische Reflexionen hervor, die Nardelli in seinen Büchern festhielt. Heute bieten sie eine wertvolle Hilfestellung, etwa für die Rekonstruktion der Atmosphäre des Septembers 1939, der Gefangenschaft in Görlitz und der gemeinsam mit Olivier Messiaen erlebten Ereignisse, die in die Geschichte eingingen. Aus der Perspektive seines Schaffens und seiner Leistungen können wir heute mit Anerkennung feststellen, dass der aus dem alten Adelsgeschlecht der Nardellis aus Teschen stammende Zdzisław Nardelli zu einem der herausragenden Vertreter der polnischen Kultur gehört.

Im Gästebuch zum „Saganer Krippenspiel“ unter dem Titel Uwaga! Sagan Wrze! [Achtung! In Sagan brodelt es!] findet sich neben den Bemerkungen und Erinnerungseinträgen „zum Andenken“, die viele seiner Leidensgenossen aus der Gefangenschaft niederschrieben, auch ein Eintrag von Zdzisław Nardelli:

„Die Sonne hat eine humorige Eigenart – sie wirft Schatten. Vielleicht schaffen es unsere Schatten weiter als wir? 

Sagan, den 22. Januar 1940.  Zdzisław Nardelli”

 

Jerzy Stankiewicz (Kraków)

 

[31] Ebd, S. 12.

Bibliografie:
 

Zdzisław Nardelli, Świt na nowo [Das Morgengrauen von Neuem]. Tomik poezji [Gedichtband], Warszawa 1938.

Zdzisław Nardelli, Kawiarnia plastyków [Das Café der bildenden Künstler], in: Cyganeria i polityka. Wspomnienia krakowskie 1919-1939 [Boheme und Politik. Krakauer Erinnerungen 1919-1939], Warszawa 1969.

Zdzisław Nardelli, Proza nasycona poezją [Von Poesie gesättigte Prosa], Einführung zu: Jerzy Janicki, Kłaniaj się drzewom [Ich verbeuge mich vor den Bäumen], Warszawa 1973.

Zdzisław Nardelli, Pasztet z ojczyzny [Pastete aus der Heimat], Katowice 1985.

Zdzisław Nardelli, Płaskorzeźby dyletanta [Das Flachrelief eines Dilettanten]. Warszawa 1988.

Zdzisław. Nardelli, Otchłań ptaków [Die Hölle der Vögel], Katowice 1989.

Anne Bongrain (Hg.), Messiaen au Conservatoire, Paris 2008.

Myriam Chimènes (Hg.), La Vie musicale sous Vichy, Bruxelles 2004.

Antoine Goléa, Rencontres avec Olivier Messiaen, Paris 1961.

Peter Hill, Nigel Simeone, Olivier Messiaen, Paris 2008.

Tadeusz Kaczyński, Messiaen, Kraków 1984.

Hannelore Lauerwald, In Fremdem Land, Görlitz 1997.

Hannelore Lauerwald, Primum vivere. Zuerst leben. Wie Gefangene das Stalag VIII A in Görlitz erlebten. Dokumentation auf Grundlage mündlicher und schriftlicher Quellen ehemaliger Kriegsgefangener aus Frankreich, Belgien und Italien, Bautzen 2009.

Anthony Pople, Quatuor pour la fin du Temps, Cambridge 1998.

Rebecca Rischin, Et Messiaen composa…, Paris 2006.

Almut Rössler, Beiträge zur geistigen Welt Olivier Messiaens, Duisburg 2008.

Claude Samuel, Permanences d’Olivier Messiaen, Arles 1999.

Thomas Daniel Schlee, Dietrich Kämper (oprac.), Olivier Messiaen. La Cité céleste – Das himmlische Jerusalem. Über Leben und Werk des französischen Komponisten, Köln 1998.

Jerzy Stankiewicz, „Quatuor pour la fin du temps“ von Olivier Messiaen, w: Via Regia kontrovers — Dialog der Horizonte. Internationaler Workshop 2006 in der Europastadt Görlitz–Zgorzelec, hrsg. v. Peter Baumgardt, Gerhard Müller, Görlitz–Zgorzelec 2007.

Jerzy Stankiewicz, Ile wykonań „Kwartetu na koniec Czasu” Oliviera Messiaena odbyło się w Stalagu VIII A w Görlitz? Nowe fakty i hipotezy 70 lat później [Wie oft wurde das „Quartett für das Ende der Zeit” von olivier Messiaen im Stalag VIII A in Görlitz gespielt? Neue Fakten und Hypothesen 70 Jahre danach], „Res Facta Nova”, (Poznań), Nr. 12 (2011).

Jerzy Stankiewicz, Composé et créé dans un camp nazi. Le secret de la naissance du ”Quatuor pour la fin du Temps” d’Olivier Messiaen , „Schweizer Musikzeitung”, (Zürich), Nr. 5 (2012).

Jerzy Stankiewicz, Olivier Messiaen na Śląsku, „Śląsk” [Olivier Messiaen in Schlesien], (Katowice), Nr. 4 (2015).

Małgorzata Woźna-Stankiewicz, Idee twórcze Oliviera Messiaena [Die künstlerischen Ideen Olivier Messiaens], „Muzyka”, (Warszawa), Nr. 4 (1978).

Małgorzata Woźna-Stankiewicz, Medytacje muzyczne Oliviera Messiaena [Musikalische Meditationen Olivier Messiaens]. „Chrześcijanin a współczesność” [Christ und Gegenwart] (Wrocław), Nr. 4 (1989).

Roman Zgłobicki,  Życie kulturalne w obozie jeńców wojennych Stalagu VIII w Zgorzelcu [Kulturelles Leben im Kriegsgefangenenlager Stalag VIII in Görlitz]. „Rocznik Jeleniogórski” [Hirschberger Jahrbücher], Bd. 18 (1980).

Roman Zgłobicki,  Hitlerowski obóz jeńców wojennych w Zgorzelcu Stalag VIII A (Görlitz-Moys) i jego cmentarze [Das nationalsozialistische Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A in Görlitz-Moys und seine Friedhöfe], Kapitel in der Arbeit: Ebd., Obozy i cmentarze wojenne w Zgorzelcu [Kriegslager und -friedhöfe in Görlitz]. Zgorzelec 1995.

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Debüt als Dichter, Warschau 1938. „Świt na nowo” [Das Morgengrauen von Neuem], tomik poezji [Gedichtband],  hrsg. v. F. Hoesick, Warszawa 1938 sowie Gedicht unter dem Titel „Wyjazd” [Abreise].
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Stalag VIII C in Sagan. Nachdruck aus dem Ordner: Muzeum Obozów Jenieckich [Kriegsgefangenenlagermuseum]. Stalag VIII C. Stalag Luft 3, hrsg. v. Muzeum Obozów Jenieckich, Żagań [Sagan] 2014
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Nachdruck aus dem Ordner: Muzeum Obozów Jenieckich [Kriegsgefangenenlagermuseum].
„Szopka Sagańska” [Saganer Krippenspiel]. „Uwaga! Sagan wrze…” [Achtung! In Sagan brodelt es...] (Titelseite), Krippenspiel zu Neujahr, aufgeführt von polnischen Gefangenen in Sagan (1939) und Görlitz (1940). Autoren: Zdzisław Nardelli - Text, Jan Świderski und Tadeusz Łakomski – Zeichnungen.
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„Uwaga! Sagan wrze…” [Achtung! In Sagan brodelt es...] (Titelseite), Krippenspiel zu Neujahr, aufgeführt von polnischen Gefangenen in Sagan (1939) und Görlitz (1940).
„Szopka Sagańska”. „Oczko we mgle…” [Ein Äuglein im Nebel], Seite mit dem dreieckigen Zensursiegel „geprüft” des Stalag VIII C in Sagan. Autoren: Zdzisław Nardelli - Text, Jan Świderski und Tadeusz Łakomski – Zeichnungen.
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Zdzisław Nardelli, Karikatur, 1939. Karikatur Zdzisław Nardellis aus: „Szopka Sagańskiej” [Saganer Krippenspiel], angefertigt im Stalag VIII C in Sagan, Winter 1939.
Zdzisław Nardelli, Karikatur, 1939
Karikatur Zdzisław Nardellis aus: „Szopka Sagańskiej” [Saganer Krippenspiel], angefertigt im Stalag VIII C in Sagan, Winter 1939.
Stalag VIII A in Görlitz. Ansicht der Baracken. (Série 4. Edit. Phototypia Légia, Liége).
Stalag VIII A in Görlitz
Stalag VIII A in Görlitz, Ansicht der Baracken. (Série 4. Edit. Phototypia Légia, Liége).
Olivier Messiaen als Soldat, Metz 1939/40. Olivier Messiaen während eines Feldzugs im Osten Frankreichs, Metz 1939/40.
Olivier Messiaen als Soldat, Metz 1939/40
Olivier Messiaen während eines Feldzugs im Osten Frankreichs, Metz 1939/40.
„Wieczór polski” [Polnischer Abend] in Görlitz, Mitte Dezember 1940. Das Programm des Polnischen Abends (Umschlag), erstellt von Bohdan Samulski, Stalag VIII A in Görlitz, Mitte Dezember 1940.
„Wieczór polski” [Polnischer Abend] in Görlitz, Mitte Dezember 1940
Das Programm des Polnischen Abends (Umschlag), erstellt von Bohdan Samulski, Stalag VIII A in Görlitz, Mitte Dezember 1940.
„Wieczór polski” [Polnischer Abend] in Görlitz, Mitte Dezember 1940. Das Programm des Polnischen Abends (Umschlag), erstellt von Bohdan Samulski, Stalag VIII A in Görlitz, „geprüft”-Siegel der Lagerzensur, Mitte Dezember 1940.
„Wieczór polski” [Polnischer Abend] in Görlitz, Mitte Dezember 1940
Das Programm des Polnischen Abends (Umschlag), erstellt von Bohdan Samulski, Stalag VIII A in Görlitz, „geprüft”-Siegel der Lagerzensur, Mitte Dezember 1940.
Fähnrich Czesław Mętrak, Porträt von Bohdan Samulski, Dezember 1940. Fähnrich Czesław Mętrak, Mitveranstalter des „Wieczór polski” [Polnischer Abend], nach seiner Flucht aus der Gefangenschaft gelangte er nach Polen, diente als Unterleutnant „Duch” in der Heimatarmee. Nach dem Krieg Professor an der Warschauer Naturwissenschaftlichen Universität, Ingenieur im Fachbereich Holztechnik.
Fähnrich Czesław Mętrak, Porträt von Bohdan Samulski, Dezember 1940
Fähnrich Czesław Mętrak, Mitveranstalter des „Wieczór polski” [Polnischer Abend], nach seiner Flucht aus der Gefangenschaft gelangte er nach Polen, diente als Unterleutnant „Duch” in der Heimatarmee.
Fähnrich Bohdan Samulski, 1941. Mitveranstalter des „Wieczór polski” [Polnischer Abend], nach seiner Flucht aus der Gefangenschaft Offizier in der 1. Panzerdivision von General Stanisław Maczek, ausgezeichnet mit dem Orden Virtuti Militari. Nach dem Krieg herausragender Architekt in Belgien.
Fähnrich Bohdan Samulski, 1941
Mitveranstalter des „Wieczór polski” [Polnischer Abend], nach seiner Flucht aus der Gefangenschaft Offizier in der 1. Panzerdivision von General Stanisław Maczek, ausgezeichnet mit dem Orden Virtuti Militari.
Festnahmeprotokoll der Gestapo. Protokolle der Festnahme und Inhaftierung Zdzisław Nardellis durch die Gestapo vom 6. Juni bis zum 14. September 1944 im Gefängnis in Brauweiler.
Festnahmeprotokoll der Gestapo
Protokolle der Festnahme und Inhaftierung Zdzisław Nardellis durch die Gestapo vom 6. Juni bis zum 14. September 1944 im Gefängnis in Brauweiler.
Rundschreiben des Polnischen Zentrums in Erfurt. Rundschreiben des Polnischen Zentrums in Erfurt über die Beschäftigung von Zdzisław Nardelli als Leiter des Referats Kunst im Mai 1945.
Rundschreiben des Polnischen Zentrums in Erfurt
Rundschreiben des Polnischen Zentrums in Erfurt über die Beschäftigung von Zdzisław Nardelli als Leiter des Referats Kunst im Mai 1945.
Personalliste des Referats Kunst, dessen Leitung Zdzisław Nardelli im Mai 1945 übernahm.
Personalliste des Referats Kunst
Personalliste des Referats Kunst, dessen Leitung Zdzisław Nardelli im Mai 1945 übernahm.
Einzige existierende Filmrolle. Zdzisław Nardelli im Film von Antoni Bohdziewicz „Za wami pójdą inni…” [Euch werden andere folgen], 1949.
Einzige existierende Filmrolle
Zdzisław Nardelli im Film von Antoni Bohdziewicz „Za wami pójdą inni…” [Euch werden andere folgen], 1949.
Olivier Messiaen 1969. Porträt Olivier Messiaens. Fot. Inghi, Paris.
Olivier Messiaen 1969
Porträt Olivier Messiaens. Fot. Inghi, Paris.
Attest des Internationalen Roten Kreuzes, Genf 1971. Attest des Internationalen Roten Kreuzes aus Genf, ausgestellt 1971.
Attest des Internationalen Roten Kreuzes, Genf 1971
Attest des Internationalen Roten Kreuzes aus Genf, ausgestellt 1971.
Zdzisław Nardelli beim Polnischen Radio. Zdzisław Nardelli an der Wand seines Arbeitszimmers mit den Autogrammen von Radioschaffenden des Polnischen Radios in Warschau.
Zdzisław Nardelli beim Polnischen Radio
Zdzisław Nardelli an der Wand seines Arbeitszimmers mit den Autogrammen von Radioschaffenden des Polnischen Radios in Warschau.
Zdzisław Nardelli – Romanschriftsteller, nach seinem Ausscheiden aus dem Polnischen Radio.
Zdzisław Nardelli, Schriftsteller
Zdzisław Nardelli – Romanschriftsteller, nach seinem Ausscheiden aus dem Polnischen Radio.
Zdzisław Nardelli „Pasztet z ojczyzny” [Pastete aus der Heimat], Wyd. „Śląsk”, Katowice 1986, okładka.
Zdzisław Nardelli „Pasztet z ojczyzny” [Pastete aus der Heimat]
Zdzisław Nardelli „Pasztet z ojczyzny” [Pastete aus der Heimat], Wyd. „Śląsk”, Katowice 1986, okładka.
Zdzisław Nardelli „Otchłań ptaków”, Verlag „Śląsk”, Katowice 1989, Umschlag.
Zdzisław Nardelli „Otchłań ptaków”
Zdzisław Nardelli „Otchłań ptaków”, Verlag „Śląsk”, Katowice 1989, Umschlag
Widmung Zdzisław Nardellis für Jerzy Stankiewicz in einem Exemplar von „Otchłań ptaków” Die Hölle der Vögel], Warszawa, 27. März 2002.
Widmung Zdzisław Nardellis
Widmung Zdzisław Nardellis für Jerzy Stankiewicz in einem Exemplar von „Otchłań ptaków” Die Hölle der Vögel], Warszawa, 27. März 2002.
Zdzisław Nardelli „Płaskorzeźby dyletanta”, Wyd. Radia i Telewizji, Warszawa 1988, okładka.
Zdzisław Nardelli „Płaskorzeźby dyletanta” (okładka)
Zdzisław Nardelli „Płaskorzeźby dyletanta”, Wyd. Radia i Telewizji, Warszawa 1988, okładka.
Katakomben mit dem Grab von Zdzisław Nardelli des Evangelisch-Augsburgischen Friedhofs in Warschau.
Katakomben des Evangelisch-Augsburgischen Friedhofs in Warschau
Katakomben mit dem Grab von Zdzisław Nardelli des Evangelisch-Augsburgischen Friedhofs in Warschau.
Gedenktafel am Grab von Zdzisław Nardelli in den Katakomben des Evangelisch-Augsburgischen Friedhofs in Warschau.
Gedenktafel am Grab von Zdzisław Nardelli
Gedenktafel am Grab von Zdzisław Nardelli in den Katakomben des Evangelisch-Augsburgischen Friedhofs in Warschau.