„Gdańska“ in Oberhausen

"Ich bin als Gast gekommen und als Freund gegangen...": Kulturzentrum „Gdańska“ in Oberhausen.
"Ich bin als Gast gekommen und als Freund gegangen...": Kulturzentrum „Gdańska“ in Oberhausen.

Info

Speisen und Getränke, Kunst, Musik, engagiert-warmherzige Wirtsleute - das alles steckt hinter dem Lokal „Gdańska“ am Oberhausener Altmarkt. Nach siebzehnjährigem Bestehen ist es mittlerweile zu einer Institution in der Ruhrgebietsstadt geworden, zieht Essens- und Kulturhungrige an und ist nicht nur bis zum Bersten gefüllt, wenn Helge Schneider einmal wieder zu Gast ist. Begründer, Eigentümer und Spiritus Rector des einzigartigen polnischen Ortes: Maria und Czesław Golebiewski.

 

Lage im Atlas der Erinnerungsorte

„Gdańska“ in Oberhausen

 

Vor über zwanzig Jahren siedelten Maria und Czesław Golebiewski (polnisch Maria Gołębiewska, Czesław Gołąbiewski, Maria und Czesław Gołębiewscy) mit ihren drei kleinen Kindern aus Polen nach Deutschland über. Während sie sich noch einlebten kam ihnen die Idee, etwas für ihre Landsleute machen zu wollen, einen Laden, in dem man sich treffen und austauschen kann. Ein Freund wusste von günstigen Mieten in Oberhausen und so kam es zur Eröffnung des Ladens mit dem Namen „Slawe“. Hier konnte die Kundschaft alles Mögliche slawischer Herkunft kaufen, ob Lebensmittel oder Geschenkartikel. „Das ist insgesamt gut gelaufen, aber meinem Mann wurde es zu eng“, berichtet Maria Golebiewski immer wieder über die Anfänge ihrer Selbständigkeit.

Auf Wachstumskurs
 

Bedingt durch seine kulturelle „Hyperaktivität“, wie Maria den Schaffensdrang ihres Mannes nennt, begab sich Czesław Golebiewski auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten und begeisterte sich für einen Leerstand am Oberhausener Altmarkt: „Das nehmen wir! Wir machen eine polnische Kneipe!“. Somit hatte die Geburtsstunde des „Gdańska“ geschlagen. Der Name bedeutet „aus Danzig“ und war schnell gefunden, kommen die Golebiewskis doch aus der Nähe der Ostsee-Hansestadt. Schnell zog das Lokal nicht nur Landsleute an. Nach der Eröffnung am 1. April 2000 fanden sich regelmäßig immer mehr Deutsche ein sodass es auch dort irgendwann zu eng wurde. Da kam es mehr als gelegen, dass erst der benachbarte Drogist und später der Friseur nebenan auszogen. So stand einer Erweiterung nichts mehr im Wege. Die Golebiewskis bauten mit eigenen Händen um. Jeder zu erübrigende Cent wurde investiert.

Vielfalt bei Speis und Spaß
 

Wer meint, nur typisch Polnisches im „Gdańska“ aufgetischt zu bekommen, liegt falsch. Natürlich fehlen Pierogi, Bigos und Krakauer nicht auf der Speisekarte. Doch hat der Hungrige zudem die Wahl zwischen allerhand deutsch-gutbürgerlichen Gerichten: Kohlrouladen, Rindersteak mit Pommes oder gebratene Forelle. Jeden Sonntag kann man sich am reichhaltigen Brunchbuffet laben. Mit den Speisen sind allerdings längst nicht alle Zutaten genannt, die es braucht, um das „Gdańska“ zu beschreiben. Hinzu kommen jede Menge Kultur und soziales Engagement, im Lokal selbst und im Sommer draußen auf dem Platz. Jazz-Karussell und Blues-Konzerte, Theater, ein „Gitarrissimo“ (jeweils am 1.Mai werden alle interessierten Gitarren-Spieler eingeladen, gemeinsam auf dem Altmarkt „Hey Joe“ von Jimmy Hendrix zu spielen), ein Gdańska-Theater und ein Gdańska-Kino gehören zum bunten Konzept und liegen den Betreibern sehr am Herzen.

Wenn ein Musiker zu lange in die Nacht hinein gespielt hat oder der Gast den letzten Zug verpasst hat, warten schnuckelige Gästezimmer im „Hotelik-Gdańska“. Seit einem Jahr verschönert eine bunte, großformatige Open-Air-Galerie den Hinterhof des „Gdańska“. Das Hinterhof-Projekt soll in diesem Jahr um weitere Wandmalerei fortgesetzt werden, um in Zukunft für das „Hof-Theater-Gdańska“ Platz zu bieten.

 

Legendäre Konzerte und Veranstaltungen

Einige der unzähligen Konzerte und Veranstaltungen im „Gdańska“ sind legendär wie beispielsweise die Jazz-Auftritte des berühmten polnischen Jazz-Saxophonisten Zbigniew Namysłowski und machen aus dem Restaurant ein spannendes Kulturzentrum. Es wird hier selbstverständlich nicht nur polnische Kultur vermittelt, sondern ein internationales Kulturprogramm aus den Bereichen Musik, Theater, Straßentheater, Film und Sport auf die Beine gestellt.

Personengebundenes Konzept
 

Die Golebiewskis sind nach all den Jahren das „Gdańska “ geworden, noch mehr, seitdem Maria ihren Lehrerberuf an den Nagel gehängt hat und sich ganz ihrer Lokalität widmet. Das Ehepaar macht und lebt das „Gdańska“ und wird schmerzlich vermisst, wenn es in Ausnahmefällen einmal nicht anwesend ist. Der ursprüngliche kleine Kneipenraum ist praktisch immer geöffnet. Denn kein Stammgast soll je vor geschlossener Tür stehen. Auf die Frage, was das „Gdańska“ denn letztendlich sei, Kulturzentrum mit gastronomischem Angebot oder Speiselokal mit Kulturprogramm, schmunzeln die Beiden und überlassen ihren Gästen die Antwort. Am Treffendsten, meinen sie, haben diese das Anliegen von „Gdańska“ im Gästebuch beschrieben: „Unglaublich! Ich bin als Gast gekommen und als Freund gegangen!“.

 

Gołąbki and friends

(Maria und Czesław Gołębiewscy und Freunde)

 

Weiterführende Informationen: http://www.gdanska.de

 

 

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Maria und Czesław Golebiewski
Maria und Czesław Golebiewski
Maria und Czesław Golebiewski, 2013.
Maria und Czesław Golebiewski in „Gdańska“
Maria und Czesław Golebiewski in „Gdańska“
Maria und Czesław Golebiewski in „Gdańska“ 2011.
„Gdańska“, Innenansicht 2015
„Gdańska“, Innenansicht 2015
„Gdańska“, Innenansicht des Hauptsaales, 2015.
Czesław Golebiewski mit Sally Perel in „Gdańska“, Mai 2017.
Czesław Golebiewski mit Sally Perel in „Gdańska“, Mai 2017.
Czesław Golebiewski mit Sally Perel (der "Hitlerjunge Salomon") in „Gdańska“ am 23. Mai 2017.
„Gdańska“ in Oberhausen – Innenansicht eines Nebenraumes.
Innenansicht, 2016
„Gdańska“ in Oberhausen – Innenansicht eines Nebenraumes, 2016.